„Narrenzunft“ verleiht Orden an verdiente Mitglieder
Düren. Irgendwie sind sie schon anders als andere Karnevalisten, die Mitglieder der Narrenzunft Düren. Aus der Kolpingsfamilie heraus entstanden und noch immer dort verankert, leben (und scherzen) sie noch immer aus einem christlichen Selbstverständnis heraus. So begann ihr Ordensverleihabend, ein Familienfest für alle, die der Narrenzunft verbunden sind, nicht mit einem Stehempfang oder einem sonstigen geselligen Akt, sondern mit einem Gottesdienst. Denn bevor die Karnevalisten im Post-Hotel feierten, versammelten sie sich zur Messfeier mit Kolpingpräses Alfred Bergrath in der Kirche St. Marien.
Da sich die Zunftgenossinnen und -genossen mit ihrem Präsidenten Karl-August Ploennes und Vize Willi Memmersheim derzeit mit jeckem Sinn in die heiße Phase der Session stürzen, begann ihr Festabend mit vereinsinternen Beförderungen und Ehrungen. So wurden Anna Sieger und Tobias Bovelett zum neuen Junioren-Tanzpaar (trainiert von Melanie Ploennes) ausgerufen. Sarah Bovelett rückte – zur Freude des Generals der Narrenzunft-Garde, der Blauen Husaren, Markus Ploennes – vom Junioren- zum „großen“ Mariechen auf. Darüber hinaus zeichneten der Präsident und seine Mitstreiter zwei aktive Nachwuchskräfte, Miriam Bovelett und Jean-Michel Heuter, für ihr jeweils elfjährige Mitgliedschaft auf.
Quasi als Zwischengericht bewies Karl-August Ploennes danach, dass er nicht nur humorvoll und souverän Sitzung und andere Zeremonien zu leiten versteht. Er ist nicht nur als „De ärme Papp“ ein beliebter Büttenredner – das oberste Vereinsmitglied versteht es auch, mit kräftiger Stimme und ausgeprägtem Temperament als Stimmungssänger sein erwartungsfrohes Publikum mitzureißen. Aufs Singen verstehen sich indes noch andere Ensembles aus eigenen Reihen, die sich im Post-Hotel von sich hören ließen: die Jugendlichen von den „Musikassen“ ebenso wie die Routiniers von den „Mainzelmännchen“ oder die „Mikados“ alias Hans Jaskowski (Akkordeon) und Markus Ploennes an der Gitarre – alles Kräfte aus dem eigenen Reservoir.
Zu den unbestrittenen Höhepunkten des Abends gehörte zweifelsohne die Aufnahme von Staatssekretär Thomas Rachel in den illustren Kreis der Ehrenmützen-Träger. Zwar mokierten sich Präsident und Vize über den prominenten Einwohner der Kreisstadt (Bürgermeister Paul Larue trägt schon länger eine Ehrenmütze und nahm auch am Festakt teil) und merkten an, „dass der mehr in Berlin als in Düren pennt“. Andererseits attestierte das Vorstandsduo dem Politiker aber auch, er sei einer, „der gerne da ist, wo man herzlich da“. Deswegen fühlte sich Rachel bei der Narrenzunft merklich wohl und lobte das Tun der Gastgeber als „authentischen Karneval“, weshalb er seinen Kollegen in Bundestag und Regierung den Besuch in Düren von Herzen empfehle.
50 Jahre Mitglied
Ehrungen gab es an diesem Abend freilich nicht nur für den ranghohen Ehrengast, sondern auch für Präsident Ploennes: Aus der Hand von Ehrenpräsident Karl-Heinz Pakulat nahm er, sehr zur Freude der Menschen im Saal, eine Urkunde für 50-jährige Mitgliedschaft entgegen.
Rolf Peter Hohn, Chef des Regionalverbands Düren (RVD) im Bund Deutscher Karneval (BDK), verlieh Siegfried Hohmann, der sich seine Verdienste unter anderem beim Bühnenbau im Dienst der Narrenzunft erworben hat, den RVD-Verdienstorden in Silber und Archivar Josef Wunderlich die Ausgabe in Gold.
Mehr im Internet: www.narrenzunft-dueren.de
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