Große Feier, Ehrungen und Jubiläumsschau beim Kaninchenzuchtvereien Derichsweiler "R215".
Derichsweiler. Die Rede ist — spätestens bei den Ohren wird es klar – von Rassekaninchen und insbesondere von ihren Züchtern. Einer der erfolgreichsten Kaninchenzuchtvereine im Rheinland „R 215 Derichsweiler" feierte am Wochenende mit zahlreichen Ehrengästen in der Gaststätte Kerp sein 50-jähriges Bestehen.
Zu Beginn der Feier erinnerte der Obmann für Öffentlichkeitsarbeit Willi Tönnes in Vertretung für den erkrankten ersten Vorsitzenden Bartel Bürger an die Gründung am 26. Dezember 1961 in der Gaststätte „Heiden/Braun". Es waren damals Bartel Bürger, Vorsitzender Gottfried Esser, Bernhard Esser, Johann Breuer, Wilhelm Biergans, Josef Braun, Karl-Peter und Hubert Keutmann, die den R 215 ins Leben gerufen haben. „50 Jahre Kaninchenzuchtverein R 215 Derichweiler bedeuten zugleich auch ein halbes Jahrhundert Erfolgsgeschichte, " betonte Tönnes und ließ die wechselvolle Geschichte des Vereins Revue passieren.
„Viele Pokale und Urkunden sind in Derichsweiler der Beweis für eine hervorragende züchterische Arbeit, der besondere Respekt verdiene, " ist Willi Tönnes stolz auf die Zuchterfolge der aktiven Züchter im Verein. Einen Züchter hob Tönnes jedoch hervor. Arno Biergans errang 2009 in Nitra / Slowakei mit seiner Rasse „Hermelin Blauauge" den Titel des Europachampions mit 97,5 Punkten und wurde mit 389 Punkten zugleich Rassemeister. Der Zweite Europatitel folgte bei der Europaschau für Zwergkaninchen 2010 in Werlte/Emsland. Hier erzielte er den Titel des Kollektionsmeisters.
„Es wird behauptet das Streicheln eines Lieblingstieres senke den Blutdruck. Wer vom Infarkt bedroht sei, sollte sich ein Haustier anschaffen, " unterstrich Schirmherr und stellvertretender Bürgermeister Hubert Cremer seine Verbindung zu den Kleintierzüchtern. Vor allem lobte er, dass die Vereinsmitglieder, den sachgerechten Umgang mit den Tieren der Jugend vermittelten. Auch überbrachten Ortsvorsteher Roland Kulik, der Stellvertretende Vorsitzender des Landesverbands Erwin Jannas, der neue Monsignore von der Pfarre St. Martin Norbert Glasmacher und die Ortsvereine ihre Grüße.
Ehrungen
Der Landesvorsitzenden und Obmann für Preisrichterwesen im Zentralverband deutscher Rassekaninchen Wolfgang Vogt überbrachte seine Glückwünsche der übergeordneten Verbandsgremien. Damit verbunden war die Überreichung des Ehrentellers, der Silberne Medaille nebst Urkunde des Landesverbandes für sein 50-Jähriges Vereinsbestehen.
Die Große goldenen Ehrennadel, den Titel Altmeister und die Ehrenmitgliedschaft im Verein bekam (in Abwesentheit) für sein 50 jähriges Wirken Gründungsmitglied und amtierender Vorsitzender Barthel Burger verliehen. Arno Biergans und Willi Tönnes wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Die Silberne Ehrennadel für 20 Jahre Mitgliedschaft erhielt Stefan Schramm.
Für die Teilnahme an der Landeskaninchenschau 2011in Rheinberg erhielten Stefan Schramm, Mathias Ehser, Arno Biergans, Jean-Pierre Desmadryl, Willi Tönnes Medaillen.
Mit der Siegerehrung eröffnete der Kreisverbandsvorsitzende Herbert Schulz die Jubiläumsschau des Vereins.
Die Landesverbandsmedaille erhielt Arno Biergans (Hermelin Blauauge) und die Landwirtschaftskammer Medaille bekam Jean-Pierre Desmadryl (Deutsche Widder, wildfarben).
Vereinsmeister wurde Arno Biergans, 2. Vereinsmeister Jean-Pierre Desmadryl, 3. Vereinsmeister Willi Tönnes (Loh, Havanna Farben).
Für die beste Sammlung Jungtiere wurde Martin Kück mit seinen „Helle Großsilber" und Willi Tönnes mit seinen „Loh, Havanna Farbenen" geehrt. Der beste Schecke hatte Daniel Tripner mit seinen schwarz weißen „Mecklenburger Schecken".
Besonders erfolgreich
In den letzten 50 Jahren wurden beim R215 Derichsweiler über 20.000 Kaninchen in über 50 Rassen- und Farbenschlägen zuchtbuchmäßig erfasst. Aktuell werden von den zehn Züchtern des Vereins 13 Rassen gezüchtet.
Bei regionalen, Landes-, Bundes- und Europaschauen wurde und wird stets erfolgreich ausgestellt. Dabei erzielen Kaninchen und Züchter aus Derichsweiler regelmäßig Spitzenplätze und holten mehrfach Titel nach Hause. Darunter waren Kreismeister, Landesclub- und Landesjugendmeister, Bundes- und Bundesjugendsieger, Deutsche Meister und Europachampionat.
Die Kaninchenzucht ist schon hunderte Jahre alt
Die Kaninchenzucht selbst wurde schon im späten Mittelalter von den Mönchen betrieben. Sie diente hier in erster Linie dazu, einen Teil ihrer Versorgung sicherzustellen. Über Jahrhunderte hinweg hat die Kaninchenzucht aus wirtschaftlichen Gründen, eine große Rolle gespielt. Heute jedoch – das zeigen Ausstellungen – dient sie in erster Linie, neben der Liebe zum Tier, dem sportlichen Ehrgeiz. Die Züchter stellten sich dem Wettbewerb mit dem Ziel, Zuchtergebnisse zu erreichen, die nach den gegebenen Kriterien und Richtlinien optimale Werte aufwiesen. Die Größe, das Fell, die Form und vieles andere Kriterien sind von Bedeutung.
Die Ausstellungen der Vereine sind auch eine Plattform für neue Züchter. Hier findet ein Wissensaustausch statt, bei der man die Grundlage und weitere Tipps für das „Handwerk" erlernen kann.
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