Welche Bedeutung hat dieses Brauchtum, wo liegen die Wurzeln?
Je nach Jahreszeit haben sich verschieden Erntedankriten mit der Kirchweih verbunden. Eine der bekanntesten Kirmesbräuche der Eifel ist das "Hahnenköppen".
Neben Huhn und Gans war der Hahn ein beliebtes Kirmesessen, der vielerorts ausgespielt oder ausgetanzt wurde. Dem Brauch nach steckte man einen lebendigen Hahn in eine Getreidegarbe. Der Korb hängt an einem Seil zwischen zwei Bäumen. Ein toter Hahn wird in dem Korb so aufgehängt, dass nur der Kopf herausschaut. Mit verbundenen Augen versucht dann jeder, mit einem Säbel dem Hahn den Kopf abzuschlagen. Wem das gelingt, der ist Hahnenkönig. Um die Kanditaten zu verwirren, werden sie zuvor mehrmals im Kreis gedreht und dann in die Nähe des Korbes geführt. Zudem besteht noch die Möglichkeit, die Korbhöhe durch Ziehen des Seiles zu verändern.
Ist der Hahnenkönig ermittelt, erwählt er sich seine Königin. Anschließend wird das Hahnenkönigspaar mit Musikbegleitung durch den Ort geführt. Am Abend trifft sich dann die Kirmesgesellschaft zum Hahnenkönigsball.
Ursprung des Hahnenschlagens
Eine solch grausame Behandlung ist kaum verständlich, denn der Hahn war seit der Antike als Wächter, Warner und Zeitgeber ein hochgeachtetes Tier. Die Perser sahen im Hahn sogar eine Lichtgestalt, der durch sein Krähen die Mächte der Finsternis vertrieb. Auch bei uns hatte er diese Bedeutung, da er auf Kirchtürmen und Dachfirsten über die Schlafenden wacht und abschreckend auf böse Luftgeister wirkt. Seine sexuelle Aktivität machte ihn zu einem Fruchtbarkeitssymbol. Doch gerade diese Symbolik hat immer zwei Seiten: Leben und Tod. Daher gibt es neben dem weißen Hahn des Lichtes den schwarzen Hahn der Unterwelt und den roten Hahn des Feuers.
So muss der Hahn am Ende des Vegetationsprozesses als Verkörperung von Leben und Fruchtbarkeit sterben.
Eine Erklärung besagt, dass der Hahn die Personifikation eines Wachstumsgeistes ist, der am Ende der Ernte seine dahinsiechende Kraft dem Boden nicht mitteilen soll. Daher fing man ihn ein und tötete ihn. Das geschieht nicht selten in der Gestalt eines Hahnes, der dann anschließend auch verzehrt wird, um die Segenskraft des Wachstumsgeistes anzuzeigen. Ebenfalls kann der Wachstumsgeist als alter Mann auch in Form einer Puppe Namens „Zachäus" symbolisiert werden. Dieser wird dann oft am Ende der Feier auf dem Feld verbrannt.
Eine weitere Deutung geht auf die französische Besatzungszeit zurück (1794-1814). Man wollte mit dem gallischen Hahn, jenen nationalen Federvieh, symbolisch abrechnen.
Die Besatzungsmacht Frankreich war natürlich nicht beliebt, zumal die Eifel 1801 von Frankreich annektiert wurde. So fanden die frustrierten Bürger immer wieder Mittel, ihren Zorn über die Besatzer auszudrücken. Dabei war das „Hahnenköppen" eine Möglichkeit ihre Unmut zu zeigen, ohne dass die Franzosen etwas dagegen unternehmen konnten.
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