Eyup Gündüz möchte am 25. Juni in Reutlingen Deutscher Meister im Thai- und Kick-Boxen werden. Trainer und Kämpfer suchen nach einer kleinen Halle.
Düren. Eine Halle an der Mariaweilerstraße: Während draußen die Züge nach Aachen und Köln vorbei rattern und Lärm machen, sammelt sich die Truppe in einem relativ kleinen Raum des Sport-Centers. Vorwärts getrieben von der Stimme ihres Trainers Josef Wigand, beginnen die jungen Athleten, im Kreis zu traben. Steigerungsläufe folgen. Doch erst als die Sportler unter den ausgestreckten Händen ihrer Übungsleiter (da kommt Assistenztrainer und Bruder Heinrich Wigand ins Spiel) geduckt hindurch zu laufen beginnen, ahnt der Beobachter, dass sich hier Thai- und Kick-Boxer fit zu machen beginnen.
Füße mit Schienbeinschonern, die den Sparringspartnern entgegen wirbeln, von Handschuhen geschützte Fäuste, die zum Punch, zum Schlag ausholen – irgendwann ist das Bild perfekt. Doch die Gebrüder Wigand wollen ihren Schützlingen nicht bloß beibringen, wie ein guter Kämpfer sein Gegenüber mit geschickten Drehungen und gezielten Attacken in die Knie zwingt – sie wollen mit ihrem Klub „Fight Hell“, der beim deutschen Muay-Thai-Verband registriert ist, mehr: Sie wollen, wie alle Trainer, die etwas auf sich halten, Meister machen.
Einen Kandidaten für höchste nationale Ehren gibt es jedenfalls schon: Eyup Gündüz aus Düren, erst 16 Jahre alt und doch schon zwei Jahre lang Schüler von Josef Wigand. Der hat genau so lange schon seine Trainerlizenz und kommt, genau wie sein Bruder Heinrich, vom konventionellen Boxen her. So hat auch ihr Zögling angefangen: Bildschirmkämpfe der Brüder Klitschko haben Gündüz die erste Initialzündung versetzt, bis er dann doch beim Thai- und Kick-Boxen (die Wigands pflegen eine Verbindung von beiden Elementen) gelandet ist. Um sein Tun macht der Meister in spe wenig Worte und verrät zugleich einen klaren Blick: „Ich bin ein Kämpfer, ein Schnellkämpfer“, beschreibt sich die große Hoffnung aus der „Fight Hell“. Der muss indes als Newcomer die Fahrt zur Deutschen Meisterschaft am 25. Juni im schwäbischen Reutlingen selbst bezahlen und auch die Unterbringung aus der eigenen Tasche berappen. Und damit die Kasse nicht so leidet, steht Eyups Bett während der Turnierzeit in der nächsten Jugendherberge.
Vor dem alles entscheidenden Kampf werden die Wigands ihrem Schützling noch mehr Feinschliff geben – so viel steht fest. Die Zukunft von „Fight Hell“ ruht aber nicht nur auf den Schultern von Eyup Gündüz.
Der nächste Kandidat
Der junge Georgios Deligiannidis ist der Nächste, den die Gebrüder fit für eine Meisterschaft machen. Außerdem sorgen mehrere Frauen, darunter deren Assistenztrainerin Sonja Rüttgers, dafür, dass das weibliche Element nicht zu kurz kommt. In der Zukunft soll die Basis für die Thai- und Kickboxer verbreitert werden. So suchen Josef Wigand und die Seinen nach einer kleinen Halle oder einem ähnlichen Raum, den sie selbst zu renovieren bereit sind – schon um außer am Samstagnachmittag (siehe Infotext) noch andere Trainingszeiten zumal für Kinder anbieten zu können. Und irgendwann wollen die Wigands auch das Trainer-Dasein zum Brotberuf machen. Doch das ist erst mal Zukunftsmusik, zumindest vorerst noch.
Mehr zu dieser Sportart im Internet: de.wikipedia.org/wiki/Muay_Thai und www.mtbd.de
Weiterführende Informationen:
Die Thai- und Kickboxer von „Fight Hell“ trainieren mittwochs von 20.15-21.45, freitags von 19.30-21 Uhr und samstags von 15.30-17 Uhr im „Body-Gym“, Düren, Mariaweilerstraße 57. Nähere Auskünfte erteilen die Trainer unter den Rufnummern (02421) 889187 und (0163) 8035848.
zu „thaibox_dn 035“:
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