Zahlreiche Auszeichnungen beim Festkommers in Schlich zum 100. Geburtstag. Sieben Personen werden zu Ehrenmitgliedern ernannt.
Schlich. Karl-Heinz Witt weiß es noch wie heute: Mit 13 Jahren musste der heutige Vizepräsident des Fußballverbandes Mittelrhein (FVM) und Ehrenjugendobmann des Fußballkreis Düren zum ersten Meisterschaftsspiel seines jungen Kickerleben antreten – für TuS 08 Langerwehe, bei Viktoria Schlich. Das Ergebnis kennt Witt nicht mehr so genau (sagt er zumindest). Aber dass seine Elf damals zweistellig verloren hat: Das weiß das hochrangige FVM-Vorstandsmitglied noch heute. Erzählt hat er es jedenfalls in aller Öffentlichkeit – beim Festkommers aus Anlass des 100-jährigen Bestehens der Viktoria im Festzelt am Sportplatz auf der Schlicher Heide.
Dort, am oberen Ende der Schmiedestraße, schwelgte an diesem Abend so mancher Besucher mit Mannschaftskollegen von einst oder heute in Erinnerung. Aber es ging nicht nur um Reminiszenzen an mehr oder minder vergangene Zeiten. Es ging auch sehr gemütlich zu im Zelt, wo für die Bewirtung der munteren Gästeschar bestens gesorgt war. Was auf die Ohren gab es aber auch: Sowohl der örtliche Spielmannszug Grün-Weiß, der in den selben Farben wie die Viktoria antritt, als auch die Bläservereinigung aus dem nahen Merode präsentierten sich bei blendender Musizierlaune und wussten mit dieser Stimmung ihr Publikum im besten Sinne anzustecken.
Ansprachen, bei denen die Redner Geschichte und Gegenwart der Viktoria genau unter die Lupe nahmen.
Derweil auf den Holzbänken des Zeltes die Spieler von heute und einst aufmerksam zuhörten, ließ der stellvertretende Vorsitzende Frank Wettstein als Vertreter des erkrankten Viktoria-Chefs Dirk Neffgen die wechselvolle Geschichte des Vereins, zu dem allein im Fußballbereich zehn Mannschaften – sieben davon Nachwuchsteams – gehören, Revue passieren. Humorvoll bemerkte er mit Blick auf den weiblichen Vornamen des Clubs: „Statistisch gesehen werden nur Frauen so alt", und gab die Devise für die Feier aus: „Wir wollen es bunt und kurzweilig machen."
„Mehr als 500 Mitglieder, mehr als je zuvor" gaben Wettstein Anlass zu offensichtlicher Zufriedenheit. Dessen ungeachtet benehme sich die Schlicher Viktoria nach dem Motto „je oller, desto doller", denn: „Mit 75 hat sie begonnen, Tennis zu spielen." Und nicht nur das: Inzwischen gehören nicht nur Fußball und Tennis, sondern auch Zumba, ein Mix von Tanz und Fitness-Gymnastik, zum Angebot. Allen seinen Zuhörern sprach Frank Wettstein aus dem Herzen, als er dem Ehrenvorsitzenden Hermann-Josef Spölgen für seine umfangreichen Bemühungen gerade im Jubiläumsjahr. Darüber hinaus gab der Vize den Aktiven besonders der ersten Mannschaft (derzeit in der Kreisliga B) und deren Trainer Ralf Frohn einen Herzenswunsch mit auf dem Weg: „Viktoria würde gerne wieder etwas weiter fahren und andere Sportplätze sehen."
Nachdem Hermann-Josef Spölgen der Vereinsfahne einen neuen Ehrenwimpel angeheftet hatte, stellte der Langerweher Bürgermeister und Schirmherr der 100-Jahr-Feiern, Heinrich Göbbels, dem Geburtstagskind das beste Zeugnis: „Sie waren immer für zukünftige Entwicklungen offen", attestierte der prominente Gast den Gestaltern der Vereinsgeschicke, „und haben sich dabei immer als bodenständig und fest im Ort verankert erwiesen." Sprach's und übergab Frank Wettstein eine Spende der Kommune für die Kasse der Viktoria.
Auch FVM-Vorstandsmitglied Witt war nicht mit leeren Händen gekommen und überbrachte den Schlichern nicht nur die Anekdote aus seiner aktiven Fußballer-Zeit, sondern auch eine Ehrengabe des Deutschen Fußballbundes (DFB). Außerdem bescheinigte Witt denen, die der Viktoria Stimme und Gesicht geben und gegeben haben: „Sie haben entscheidende Beiträge zum Zusammenhalt im Dorf geleistet." Eines wollte der Redner dessen ungeachtet nicht vergessen: seinen „Dank der Heerschar von Ehrenamtlern". Das sah auch der Vorsitzende des Fußballkreises Düren, Manfred Schultze, so. Er überbrachte ein Geschenk nach Maß: ein nagelneuen Ball für Meisterschaftsspiele und andere Gelegenheiten.
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Weitere Informationen zur 100 Jahre Viktoria Schlich
Auch Ehrungen gab es bei der 100-Jahr-Feier von Viktoria Schlich – und das nicht zu knapp. So wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt: Franz-Josef Kuck, Willi Bongen, Karl-Heinz Wamig, Gertrud Kuck, Bruno Korf, Klaus Kuck und Hans Josef Schavier. Die Goldene Verdienstnadel prangt am Revers von: Günter Floßdorf, Udo Pelzer und Dirk Neffgen (in Abwesenheit).Die Version in Silber erhielt Christof Sprenger. Für 25-jährige Mitgliedschaft wurden ausgezeichnet: Thorsten Reinartz, Uwe Mertens, André Waibel, Paul Boujé, Alexander Kurckhoff, Roland Sprenger, Patrick Boujé, Dolores Frassek, Christa und Helmut Preuschoff, Manfred Vogel, Ruth und Winfried Schmitz sowie Günter und Hildegard Seiz. 40 Jahre schon halten Anneliese Bergsch, Gertrud Kuck, Peter Neffgen, Manfred Tolksdorf, Roland Klubertz, Thomas Fauhl, Robert Rosarius, Ottmar Kuck und Rudolf Linden dem Verein die Treue. Willi Schüll, Bruno Meuthen, Peter Muckel, Erwin Reinartz, Heinz Bein und Josef Faßbender sind seit 50 Jahren mit von der Partie, Hermann Spölgen sogar schon seit 60 Jahren.
Weitere Höhepunkte der Jubiläumswoche in und um den Sportplatz auf der Schlicher Heide (Schmiedestraße) sind: das Training der Jugend mit Alemannia Aachen (Montag, 18. Juli, 18.30 Uhr), das Spiel der Traditionself des 1. FC Köln gegen die Ü40-Kreisauswahl (Freitag, 22. Juli, 18 Uhr) und das Platzkonzert mit nachfolgender „kölscher Sommernacht" im Festzelt (Samstag, 23. Juli, 19 bzw. 20.30 Uhr).
Überaus lesenswert und den Preis von gerade mal fünf Euro mehr als nur einmal wert: die reich bebilderte Chronik, die zum 100-jährigen Bestehen des Vereins aufgelegt worden ist. Das solide gebundene Buch, das vor Fotos und Informationen aus der Zeit von 1911 bis heute nur so strotzt, ist während der Festwoche (bis 24. Juli) auf dem Sportplatz Schlicher Heide (Schmiedestraße), danach bei Geschäftsführer Wilhelm Krath, Schlich, Paradiesstr. 44, Rufnummer: 02423/902340, und bei Helmut Klubertz, gleichfalls in Schlich, Am Neuhaus 29, Telefon: 02423/3849, zu haben.
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