Der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) beteiligt sich an einem europaweiten Projekt zum grenzüber-schreitenden Hochwassermanagement mit Namen FLOOD-WISE.
Dabei geht es um die Entwicklung gemeinsamer Standards und Vorgehensweisen zum Schutz vor Überschwemmungen. Besonders eng arbeitet der WVER mit der benachbarten Waterschap Roer en Overmaas (WRO) aus Sittard zusammen. Dazu trafen sich jetzt die Vorstände und die Gewässerverantwortlichen beider Verbände zu einem direkten Erfahrungsaustausch an der Rurtalsperre Schwammenauel.
„Die Gefahren an der Rur können wir nur gemeinsam meistern", erklärten WVER-Vorstand Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Firk und sein niederländischer Kollege Dr. Jan Schrijen. Deswegen müsse man sich auch „verstehen". Dazu seien einheitliche Standards notwendig. Dies werde auch in der EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie gefordert.
Im Projekt FLOOD-WISE arbeiten 15 Partner aus sechs verschiedenen Flusseinzugsgebieten in elf Ländern von West- bis Südosteuropa zusammen. Dabei sind auch Länder im Osten des Kontinents, die an die EU grenzen, aber noch nicht Mitglieder sind.
Das Projekt umfasst drei Schritte. Zunächst werden Daten zu Hochwassergefährdungen und ihrer Bedeutung für die Menschen, ihr Lebens- und Wirtschaftsumfeld und die Umwelt ermittelt. Im zweiten Schritt werden detaillierte Hochwassergefahren- und Risikokarten erstellt, die konkret die Bedrohungen vor Ort zeigen. In ihnen sind die von Überschwemmungen bedrohten Flächen mit ihren Wirtschaftsgütern, der Landnutzung, Besiedlungsstrukturen eingezeichnet. Die Karten beziehen sich auf verschiedene so genannte Jährlichkeiten, also statistische Wahrscheinlichkeiten, mit denen ein Hochwasser einmal in einem bestimmten Zeitraum auftritt.
Der abschließende Schritt beinhaltet die Ermittlung und Koordinierung von Maßnahmen, um die bedroh-ten Gebiete zu schützen. Über die Ergebnisse soll dann jeweils auch die Öffentlichkeit informiert werden. Alle sechs Flusseinzugsgebiete, darunter neben der kleinen Rur auch ein großer Fluss wie die Elbe, zeichnen sich dadurch aus, dass die Flüsse mehrere Länder durchqueren. Das Projekt läuft bis 2012 und wird mit Interreg IVC-Mitteln der Europäischen Union bezuschusst. An der Rur sind neben dem WVER und der WRO auf deutscher Seite auch das Landesumweltministerium und die Bezirksregierung Köln sowie auf niederländischer Seite die Provinz Limburg und die staatliche Wasserverwaltung „Rijkswaterstaat" in das Projekt eingebunden. Die in FLOOD-WISE gemachten Erfahrungen werden zwischen allen Partnern international ausgetauscht. Gewonnene Informationen werden zudem in das europaweit bereits existierende Wasser-Informationssystem für Europa (WISE) eingespeist und damit für Fachleute auf dem ganzen Kontinent zugänglich gemacht.
Die Experten von WVER und WRO waren sich bei ihrem Treffen einig: „Das FLOOD-WISE-Projekt wird dazu beitragen, den Hochwasserschutz zugunsten der Menschen an der Rur weiter zu verbessern."
Die fünf weiteren Flusseinzugsgebiete im FLOOD-WISE-Projekt sind neben der Rur die Maas, die Elbe, der Bug, die Sotla und der Somes. Die beteiligten Länder sind neben Deutschland und den Niederlanden Belgien, Tschechien, Polen, Ungarn, Rumänien und Slowenien sowie die EU-Anrainerstaaten Kroatien, Weißrussland und die Ukraine. Gesteuert wird das Gesamtprojekt durch die Euregio Maas-Rhein.
Interessierte finden unter www.floodwise.eu weitere Informationen.
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