Immer donnerstags sind Sie im Einsatz. Mit Schubkarre, Besen und Schaufel bewaffnet halten Üdinger Senioren öffentliche Plätze und Wege sauber.
Üdingen. Nicht kann sie hindern – höchstens mal ein harscher Wintereinbruch oder der Urlaub. Aber ansonsten stehen sie jeden Donnerstag zwischen 9 und 12 Uhr parat, komme was da wolle. Sie: Das sind die Männer im Alter zwischen 59 und 83 Jahren, die in Üdingen als „Die zwölf Apostel" bekannt sind. Was sie sich auf die Fahnen geschrieben haben, erinnert an den Namen ein berühmten Aktion: „Unser Dorf soll schöner werden".
Zusammengeführt hat sie Ortsvorsteher Manfred Stoffels, und das im Jahre 2004. Seitdem wirbelt das fidele Team und hält seine Heimat in Schuss – auf öffentlichen Gebiet, versteht sich. Darauf legen der Ortsvorsteher und seine engagierten Mitstreiter Walter Macherey, Heinz Schmidt, Gerd Nolden, Petra Schiffer, Herwart Hauspurg, Christian Schillberg, Josef Schiffer, Peter Müller,
Siegfried Raven, Johannes Friedrichs und Heinz Schiffer großen Wert. Dessen ungeachtet mangelt es nicht an der Unterstützung durch Mitbürger: Weil die „Apostel" ihren schmucken Ort so fleißig sauberhalten, steckt ihnen mancher Üdinger en passant etwas Geld zu. Das landet dann in der „Mannschaftskasse" - und wird unter Umständen regelrecht verbraten, und zwar beim alljährlichen Grillfest der Truppe.
Das Zentrum der Aktivitäten ist auch das Zentrum des Dorfes: Die Blockhütte auf dem Spielplatz am Pfarrer-Dörenkamp-Platz ist der Treffpunkt dieses Ensembles von Senioren im Unruhestand. Von dort aus ziehen sie los, mit Schubkarre, Besen und anderen Geräten, um die Wege, den Spielplatz sowie andere Flächen und Wege im Eigentum der Gemeinde Kreuzau in Schuss zu halten. Besondere Projekte? Ja, die gibt es, zum Beispiel, wenn der Sand ausgetauscht werden muss, der Wanderweg an der Rur mit Splitt bestreut oder Laub beiseite geräumt wird: Die „Apostel" lassen sich nicht lange bitten und sind zur Stelle. Übrigens: Auch die 47 Bänke im Ort werden von den rüstigen Üdingern zuverlässig gestrichen und sauber gehalten.
Das nächste Vorhaben hat übrigens mit einem recht spektakulären Fund zu tun. Beim Vorbereiten des Brunnens auf dem Pfarrer-Dörenkamp-Platz für den Winter haben die tatkräftigen Helfer den Korpus des Dorfkreuzes gefunden. Denn wollen sie nun, sobald es geht, an einem Findling oder anderem großen Stein anbringen und so augenfällig in der Mitte Üdingens präsentieren. Und, Ehrensache: Die „Zwölf Apostel" werden gut darauf aufpassen. Was nicht heißen soll, dass die Mitglieder der Gruppe ihren Augapfel außer Acht lassen – und daran lässt Christian Schillberg keinen Zweifel: „Der Kindergarten ist uns das Liebste."
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