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Alternativen zur „Parkplatzmanie“ suchen

Bruno Voß, Verena Schloemer und Ludger Dowe von den Grünen / Bündnis 90 kämpfen für eine grundsätzliche Neugestaltung des Goebenplatz für mehr Verweilqualität grüner Lunge für das Ostviertel um das Krankenhaus.Die Grünen kritisieren die Neugestaltungspläne für den Goebenplatz. Umtaufe in Max Oppenheim Platz.

Alte Kastanien, Kiefern und Eschen müssen am Goebenplatz anthrazitfarbenem Betonsteinpflaster weichen. „So verfahren die Planungsämter der Stadt Düren offenbar nach dem Motto: Bäume weg und Autos hin. Wir wollen uns vielmehr darüber unterhalten, wie man eine neue Platzgestaltung mit dem Erhalt der Bäume hinbekommt", so die grüne Stadträtin Verena Schloemer. Für Sie ist das wieder ein Beispiel für die Parkplatzmanie der Stadt.

Bereits im Jahre 2009 beschloss der Rat der Stadt Düren die dringend sanierungsbedürftige Roonstraße zwischen Schoellerstraße und Robert Koch Straße sowie den Goebenplatz zu erneuern. Die Entwässerungsanlagen, Gehwege und Fahrbahn sowie die Straßenbeleuchtung sind altersmäßig verschlissen. So sollen im Zuge der Arbeiten jetzt vorhandene Bäume entfernt und 28 neue Bergulmen gepflanzt werden. Die jetzt bestehenden 63 Stellplätze sollen auf 74 Parkplätze erweitert werden. „Für uns Grüne ist es unumstritten, dass die Roonstraße neu gemacht werden muss. Aber der Goebenplatz sollte doch eher in dieser Betonwüste als atmende Sauerstofflunge mit mehr Aufenthaltsqualität gestaltet werden", fordert Stadtrat Bruno Voß ein Umdenken und einen Erhalt der Bäume. Nach dem Neubau des Parkhauses im Krankenhaus seien zusätzliche Parkplätze nicht erforderlich und die Platzgestaltung nicht notwendig, da dort keine Kanäle laufen. „Nach dem Motto Angenehmes Parken. Die Stadt ist für die Menschen da, und nicht nur für Autos. Anwohner wünschen sich hier einen Kinderspielplatz und mehr Verweilqualität", so Verena Schloemer über den Bürgerwillen hier, die ihre Wünsche mit einer Unterschriftenaktion dem Bürgermeister bereits mitgeteilt haben.

„Das Geld muss doch hier wirklich nicht auch noch in mehr Asphalt ausgeben werden. Eher weniger ist mehr, damit die alten Kastanien endlich Luft bekommen und die Menschen wieder atmen können", so Ludger Dowe. Auch wäre es ein guter Zeitpunkt diesen Platz in Max Oppenheim Platz umzubenennen. Ein Gedenkstein erinnert an den Lehrer der jüdischen Gemeinde, der in seinem Wohnhaus in der Goebenstraße 2 nach der Pogromnacht jüdische Kinder bis zur Deportation unterrichtete. „Zweimal dem preußischen General Goeben zu gedenken, das macht keine weitere Stadt in Deutschland", fordert Dowe. Zweimal wurde die Platzumwidmung von verschiedenen Parteien bereits beantragt. Dies wurde mit Rücksicht auf die zwölf Anwohnerfamilien jedes Mal abgelehnt.