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Veränderte Risikowahrnehmung

Gaben Auskunft zum Thema „Energiewende“: Professor Jürgen-Friedrich Hake vom Forschungszentrum Jülich und Staatssekretär Thomas Rachel, hier zusammen mit dem neuen Ortsvereinsvorsitzenden der CDU in Düren-Ost, Nuri Karaaslan (von links). Foto: HahnThomas Rachel (CDU) erklärt die Energiewende nach Fukushima.

Düren. An Beredsamkeit mangelt es dem Dürener Bundestagsabgeordneten und Staatssekretär im Berliner Ministerium für Bildung und Forschung, Thomas Rachel, ganz gewiss nicht. Und wenn es darum geht, die Politik den Mitgliedern der CDU vor Ort und Gleichgesinnten darzustellen, dann läuft der 49-jährige Christdemokrat zur Hochform auf.

So geschehen bei der Veranstaltung der Union zum Thema „Herausforderung Energiewende“: Zusammen mit Professor Jürgen-Friedrich Hake vom Forschungszentrum Jülich erklärte der Parlamentarier im voll besetzten Saal der Kulturfabrik Becker & Funck an der Binsfelder Straße in Düren-Ost seinen Zuhörern, wie es zu der aktuellen Neuorientierung in der Politik des Kabinetts Merkel kam und was daraus folgt.

Mit seiner Meinung und seinen Empfindungen hielt Rachel nicht lange hinterm Berg – und sparte dabei nicht mit Kritik, was die Vorgänge nach der Katastrophe von Fukushima betrifft: „Ich bin erschüttert, dass das Unglück stattgefunden hat. Aber noch mehr hat mich erschüttert, wie in Japan mit diesem Unglück umgegangen wurde.“ Die Erkenntnis, dass Kernenergie kurzfristig zwar eine billige Ressource, mittel- und langfristig aber mit gewissen Risiken behaftet sei, habe sich – so Rachel weiter – inzwischen weithin etabliert. Gravierend sei etwas Anderes: „Bei der Kernenergie hat sich nicht das Risiko, sondern die Risikowahrnehmung verändert.“ Dem gelte es, auf höchster Ebene Rechnung zu tragen.

„85 Prozent der Deutschen sind für eine Energiewende“, stellte der Redner dazu fest. Die Chance, diese ende erfolgreich zu bewältigen, schätzte er als ausgesprochen ein, denn: „Die Bundesrepublik Deutschland ist heute schon Marktführer bei den Umwelttechnologien.“ Die Regierung setze schon heute in starkem Maße auf den Ausbau von Wind- und Bioenergie sowie auf Zuwachs bei der Photovoltaik. In Zukunft aber komme es darüber hinaus auf innovative Speichertechnologien, mehr Effizienz bei der Energienutzung sowie auf intelligente Verteilernetze an. Bei alledem müsse gelten: „Unsere Produkte müssen besser sein; sie müssen wettbewerbsfähiger sein – sonst werden die Chinesen uns überrollen.“