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Ein gesunder Lebenswandel hilft, das Augenlicht zu erhalten

Birgit Oepen, Lothar Schubert vom Blinden- und Sehbehindertenverein Düren wollen gemeinsam mit Prof. Dr. Martin Göbbels gezielt bei der „Woche des Sehens" Menschen, die am Beginn eines Augenleidens stehen, aufklären. Foto: niko

Im Rahmen der „Woche des Sehens" lädt der Dürener Blinden- und Sehbehindertenverein am Mittwoch, 28. September, zu einem Vortrag mit Augenarzt Professor Martin Goebbels ein. Den Betroffenen Mut machen. Experten geben in der „Woche des Sehens" wertvolle Ratschläge

Düren. „Sehkraft erhalten" – unter diesem Motto wendet sich der Blinden- und Sehbehindertenverein Düren (BSV) zur „Woche des Sehens" am Mittwoch, 28. September, gezielt an jene Menschen, die am Anfang einer Augenerkrankung stehen. Beginn der Info-Veranstaltung ist um 17 Uhr im Kongresszentrum des Krankenhauses Düren.

Erste Anzeichen

Düren. Wenn der Fließen Spiegel im Bad plötzlich wellenförmig wird, wenn man benachbarte Tassen auf dem Frühstückstisch einfach nicht mehr sieht oder einzelnen Bezirke im Gesichtsfeld zunehmend unscharf werden. Dann leidet man bereits an den drei häufigsten Gründen für Erblindungen. Zum einen sind das die altersbedingte Maculadegeneration, der Grüne Star und die diabetischen Schädigung der Netzhautgefäße. „Typisch, für diese Augenleiden ist: Sie finden schleichend im Augenhintergrund statt und weisen so gut wie keine Frühsymptome auf. Eine frühe Diagnose könnte helfen aber den Verlauf der Krankheit abschwächen, " so Prof. Dr. med. Martin Göbbels. Der Augenarzt am Dürener Krankenhaus empfiehlt, ab dem vierzigsten Lebensjahr mindestens alle zwei Jahre einen Sehtest durchzuführen. Vor allem erwartet er einen dramatischen Anstieg dieser altersbedingten Augenleiden in den nächsten 25 Jahren.

Anfang Oktober findet die zehnte „Woche des Sehens“ statt, in der viele Blindenvereine in ganz Deutschland unter dem Motto „Sehen erhalten“ mit Veranstaltungen auf Augenerkrankungen, medizinische Möglichkeiten und vieles mehr aufmerksam machen wollen.

Mit einer Informationsausstellung von Lesehilfen, Brillen, Beleuchtungssystemen, Computerarbeitsplätzen und Hilfsmittel für den Haushalt wollen der Blindenverein und seine Partner aufklären. Auskunft über häufige Augenerkrankungen gibt es ab 18 Uhr beim Vortrag von Dr. Martin Göbbels, Augenarzt am Dürener Krankenhaus, zur Früherkennung und neuen Behandlungsmethoden.

Alleine im Kreis Düren leben rund 800 Blinde und 4000 Sehbehinderte. „Gutes Sehen ist nicht selbstverständlich. Wir müssen unseren Augen von Anfang an besondere Aufmerksamkeit zukommen lassen", mahnt die Vorsitzende des BSV, Birgit Oepen. Dr. Göbbels empfiehlt daher, ab dem 40. Lebensjahr mindestens alle zwei Jahre einen Sehtest zu machen.

Sinneszellen haben im Körper unter allen Zellen den höchsten Sauerstoffverbrauch. Man bekommt sie einmal bei der Geburt, sie werden nie ersetzt und müssen ein Leben lang halten. Eine hohe Dosis von UV-Licht, Rauchen und übermäßiger Alkoholgenuss haben einen Einfluss auf die Lebensdauer dieser Zellen. „Wir können mit bewussten Lebensgewohnheiten viel für den Erhalt des Augenlichtes tun. Auch eine gesunde vitaminreiche Ernährung ist von Vorteil", rät Göbbels.

„Auch wenn alle medizinischen Maßnahmen nicht fruchten, muss man nicht denken, dass die große Katastrophe eintritt. Unsere Ausstellung zeigt Hilfsmitteln und -angebote, mit denen man trotz einer hochgradigen Sehbehinderung noch ein gutes Leben führen kann", macht Lothar Schubert Mut.

Prof. Dr. med. Martin Göbbels

Prof. Dr. med. Martin Göbbels lehrt an der Univ.- Augenklinik Bonn (seit 1990) und seit 2000 als Professor Mitglied der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn. Seit 1993 ist er niedergelassener Augenarzt und Belegarzt im Krankenhaus Düren. Sein Fachgebiet sind Laser-Operationen und Ambulante Operationen. Er hat in Aachen Augenheilkunde studiert. Den Schwerpunkt legte der 53-Jährige während seines Studiums auf degenerative Augenkrankheiten. 

Weitere Informationen gibt es im Internet: www.bsv-dueren.de

Datum: Mittwoch, 28. September 2011

Zeit: Referat ab 18:00 Uhr, ab 17:00 Uhr, Hilfsmittel- und Infostände

Ort: Kongresszentrum Krankenhaus Düren Roonstr. 30, 52351 Düren, Tel.: 02421/30-0

Mit dabei an den Infoständen

Vertreterin der Augenoptikerinnung und Mitglied des "Low Vision" Kreises Frau Hilka Zierke: - Vorstellung von Lesehilfen, Brillen, UV-Schutz, Monokularen, vergrößernden Bildschirmlesegeräten, elektronischen Lupen und individueller Beleuchtung

Firma Barrierefreie Medien, Herr Spickhofen: - Computerarbeitsplätze mit Vergrößerungsprogrammen, Sprachausgaben und Braillezeilen, Handys, Lesegeräte, sowie Hilfsmittel für den Haushalt DAISY-CD-Spieler und Blindenstöcke

Blinden- und Sehbehindertenverein Düren: - Hilfen für den Alltag: Sprechende Uhren, Waagen, Zucker- und Blutdruckmessgeräte, Geldschablonen, Orientierungs- Navigationshilfen und tastbare Stadtpläne von Düren und Jülich in Farbe und Großdruck, Informationsmaterial, Beratung und Erfahrungsaustausch, Selbsthilfetreffen in Düren/Jülich Tel.: 02421/505721

Moderne Untersuchungstechniken und Medikamente

Alle Bereiche des Auges wie die Netzhaut mit Makula, Aderhaut und der Sehnerv lassen sich heute mit Hightech-Diagnostik genau untersuchen und beobachten. Computertechnik, Scanner und Spezialkameras erlauben eine lückenlose Verlaufskontrolle jedes Krankheitsbildes am Auge.

Neue Medikamente und Behandlungsverfahren können z. B. bei der feuchten Makuladegeneration (AMD) durch Injektionen den Verlauf positiv beeinflussen. Das gilt auch bei Flüssigkeitsansammlungen in der Netzhaut durch Diabetes.

Sehbehinderte und Blinde im Beruf

Viele Menschen füllen trotz Seheinschränkung ihren Arbeitsplatz kompetent und erfolgreich aus. Mit modernen Hilfsmitteln und einer guten Ausbildung können Blinde auch am Computer sehr qualifizierte Tätigkeiten in Wirtschaft und Verwaltung ausüben.

Lassen Sie sich ggf. über die Hilfsmittelförderung beraten!

Selbsthilfe organisieren

Bei unseren regelmäßigen Selbsthilfetreffen in Düren und Jülich kann man Erfahrungen austauschen, sich über neueste Behandlungsmethoden informieren, Fragen an einen Augenarzt stellen und erhält Hinweise zu Leistungen der Krankenkassen.

Auch wenn eine erhebliche Sehbehinderung oder sogar Erblindung auftritt, kann mit den richtigen Hilfen ein weitgehend selbständiges und erfülltes Leben geführt werden. Dafür bietet der Blinden- und Sehbehindertenverein Düren eine umfassende Beratung und Unterstützung der Betroffenen, der Angehörigen und Freunde, aber auch für öffentliche Stellen an.

Wir setzen uns außerdem für eine barrierefreie Umwelt ein. Mit den richtigen Hilfsmitteln und Training können viele lernen, sich zuhause oder im Straßenverkehr selbständig zu orientieren, den Haushalt zu führen, aber auch am Computer zu arbeiten.

Bei verschiedensten Veranstaltungen wie Besichtigungen, Ausflügen und Festen kann man sich kennenlernen, sich unterstützen und Gemeinschaft erleben. Mit dem "Rurecho", der Hörzeitung unseres Vereins werden unsere Mitglieder umfassend informiert.