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Viele Antworten auf drängende Fragen zur Demenz

Dirk Hucko, Ulrike Sievers, Ulrike Schwieren-Höger, Elke Hansen-Dichant und Elmar Jendrzey wollen mit der Informationsreihe „Demenz kann jeden treffen" ausführlich über die Alterskrankheit informieren. Foto: nikoDer Caritasverband startet mit vier Kooperationspartnern eine fünfteilige Vortragsreihe über die Alterskrankheit

Düren. Wo habe ich bloß meinen Schlüssel gelassen? Wie war noch mal die PIN-Nummer? Solche Fragen wird sich sicher jeder einmal stellen. Aber wo hört die Schusseligkeit auf und wo beginnt die Alterskrankheit Demenz? Ab wann wird Vergesslichkeit zum Problem?

Der Umgang mit Demenzerkrankten erfordert viel Erfahrung und Kenntnisse darüber, wie sich die Krankheit auswirkt. Was ist Demenz überhaupt und was macht das mit den Menschen? Warum reagieren Sie an dieser Stelle so und wie kann ich damit umgehen? Welche Hilfsangebote gibt es und wer bezahlt diese? Wie kann ich Vorsorgen, für den Fall, dass ich so schwer an Demenz erkrankt bin, dass ich keine eigenen Entscheidungen mehr treffen kann? Antworten gibt die fünfteilige Vortrags- und Diskussionsreihe „Demenz kann jeden treffen" des Caritasverbandes Düren-Jülich.

Im Alter lässt die Merk- und Leistungsfähigkeit des Gehirns nach. Doch nicht jeder, der vergesslich ist, muss an Demenz erkrankt sein. Mit dem Alter steigt aber das Risiko einer ernsthaften Demenzerkrankung. Dabei wird Demenz immer mehr zu einem größeren gesellschaftlichen Problem. Allein im Kreis Düren leiden heute über 3500 Menschen an der Volkskrankheit. „Nicht jede Demenz wird als solche erkannt und diagnostiziert. Gerade Betroffene drängen dies von sich weg, möchten die Diagnose nicht wahrhaben, weil es mit Verlusten und dem Eingestehen von Schwächen zu tun hat", erläutert der Geschäftsführer des Caritasverbandes Düren-Jülich e.V. Dirk Hucko die Problematik und weiter: „„Gerade bei unserer täglichen Arbeit beobachten wir, dass die Demenz zunehmend auch bei Jüngeren auftreten kann. Bei den 60-jährigen haben wir bereits eine Quote von 2 % und jeder Dritte ist bei den 90-jährigen von der Krankheit betroffen. Man kann die Krankheit nicht heilen, aber man kann es ein stückweit hinauszögern. Familienangehörige, die mit Demenz zum ersten Mal zu tun haben, sind den Persönlichkeitsstörungen der Betroffenen ausgeliefert und dabei oft völlig ratlos."

Die Demenz ist für die erkrankten Menschen und seinen Angehörigen ein psychisches belastendes Problem. Im Verlauf der Krankheit verlieren sie schleichend immer mehr Funktionen und Möglichketen, sich mit anderen Menschen auszutauschen.

„Im schlimmsten Fall erkennt der Erkrankte seine Angehörigen und selbst die Menschen, die ihn täglich pflegen, nicht mehr. Das ist eine Situation, wo man den Menschen zur Seite stehen muss," sagt Dirk Hucko.

Vortragsprogramm

In Kooperation mit der Gemeinde Kreuzau, der Stadt Nideggen, dem Verein „Die Jungen Alten" in Heimbach und der Landesinitiative Demenz-Service für die Region Aachen/Eifel möchte der Caritasverband Betroffene und Angehörige deshalb über die Demenzerkrankung aufklären und Hilfestellungen geben.

? Den Auftakt zur Veranstaltungsreihe „Demenz kann jeden treffen" im Südkreis beginnt am 20. September um 19 Uhr im Nideggener Rathaus mit dem Film „Eines Tages..." mit anschließender Diskussionsrunde.

? Über die Leistungen der Pflegeversicherung bei Demenz informiert der Vortrag am 27. September ab 19 Uhr in der Tagespflege St. Gertrud, Commweg 1 in Abenden.

? „Wenn die Scheibe Wurst zum Brillentuch wird: Menschen mit Demenz verstehen, begleiten, aushalten" heißt der Vortrag am 4. Oktober ab 19 Uhr im Familienzentrum Rappelkiste, Im Wiesental 5 in Schmidt.

?„Demenz erkennen und damit leben" ist der vierte Vortrag am 11. Oktober ab 19 Uhr in der Tagespflege St. Martin, Zum Duffesbach 3 in Kreuzau überschrieben.

? Wissenswertes über die „Patientenverfügung & Vorsorgevollmacht" gibt es am 18. Oktober ab 19 Uhr im Wasser-Info-Zentrum, Karl-Heinz-Krischer-Platz 1 in Heimbach.

Alle Veranstaltungen der Vortrags- und Diskussionsreihe sind kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Alzheimer was ist das?

Alzheimer ist eine Gehirnerkrankung und die häufigste Ursache für Demenz. Dabei lagern sich Eiweiß-Substanzen, die unser Körper bildet, im Gehirn ab. In der Folge sterben Gehirnzellen ab, werden nicht mehr regeneriert. Eine Zeit lang kann das Gehirn seine normale Funktion noch aufrechterhalten, bei zu vielen Ablagerungen irgendwann nicht mehr. Dieser Prozess kann aber Jahre oder sogar Jahrzehnte dauern, weil die Krankheit sehr langsam voranschreitet. Das Problem: Durch den langen Vorlauf merken viele Patienten gar nicht, dass sie Alzheimer haben.

Wie kann ich Demenz vorbeugen?

Mit einer gesunden Lebensweise werden zumindest die Risiken einer vaskulären, also durch Gefäßveränderungen hervorgerufenen, oder alkoholbedingten Demenz verringert. Aber gegen Alzheimer und andere Demenzformen gibt es noch kein Mittel. Weder vorbeugend, noch heilend.

Wer ist besonders betroffen?

In aller Regel ältere Menschen, Frauen öfter als Männer. Mit dem Alter nehmen die gefährlichen Ablagerungen im Gehirn zu, bei den über 90-Jährigen finden sich in 50 % aller Fälle bereits Ablagerungen. Von den 70- bis 75-Jährigen sind nur rund drei Prozent betroffen. Früher nannte man die dabei auftretenden Symptome Altersverwirrtheit oder Senilität. Nur in ganz seltenen Fällen (rund 1 %) können auch jüngere Patienten eine vererbbare Alzheimer-Form entwickeln.

Diagnose Demenz – was soll ich tun?

Dank moderner Therapiemaßnahmen kann die Demenzbehandlung das Leben vieler Betroffener erleichtern. Ziel ist es, dem Patienten möglichst lange ein selbstständiges Leben zu ermöglichen. Zumindest im Anfangsstadium ist das auch möglich. Schreitet die Krankheit fort, braucht der Patient ständige Fürsorge.