Fest rund um Schloss Merode trifft den Geschmack der Besucher. Premiere erfreut sich großer Resonanz. Verbundenheit spürbar.
Merode. Da waren sie auf einmal, die Magie und die Größe, die heute noch dem Adel nachgesagt werden. Viele kennen so etwas nur aus mehr oder minder hochglänzenden Magazinen. Die Familie von Merode, ansässig in dem gleichnamigen Ortsteil von Langerwehe, gehört indes zu den Menschen, die sich gegenüber ihrem bürgerlichen Umfeld distanziert verhalten.
Ihre Einladung zur Nähe, genauer: zur „Frühlings-Promenade“ im Schloss und ringsum, wurde nicht zuletzt deshalb dankbar auf- und angenommen. Ein kaum je versiegender Strom von Menschen zog am Samstag und am Sonntag zwischen dem Sitz derer von Merode und den Parkplätzen im Dorf hin und her. Das Angebot der Promenade, abgestimmt auf gediegene bis exklusive Akzente, entsprach fühlbar dem Bedürfnis vieler Menschen. Hinzu kam eine tiefe Verbundenheit mit der gastgebenden Adelsfamilie, die im Ort und ringsum ein hohes Ansehen genießt.
Vor allem nährte das Angebot im Innen- und Außenbereich eine gewisse Lust an der Langsamkeit, die vor allem im langsamen Flanieren entlang der aufgespannten weißen Zelte mit Verkaufs- Und Infoständen, an denen sich unter anderem der Fremdenverkehrsverein Langerwehe präsentierte. Das Angebot an Waren entsprach dem Ambiente und umfasste Weine ebenso wie Sportwagen und andere hochwertige Konsumgüter. Rundfahrten mit einem Gefährt aus der Frühzeit der Automobil-Geschichte zählten ebenso zum Angebot wie Bootspartien auf dem das Schloss umgebenden Gewässer und kurze Auftritte lokaler Chöre und Instrumental-Ensembles, darunter die örtliche Bläservereinigung. Zum nicht kommerziellen Bereich der Promenade gehörte ferner die Präsentation von mindestens 40 Jahre alten Autos. Lenker solcher Fahrzeuge waren mit einem speziellen Angebot nach Merode gelockt waren: Wer ein solches Gefährt vorweisen konnte, genoss freien freien Eintritt.
Mit bewundernswerter Contenance bewältigten die Eigentümerfamilie um Carl-Ludwig Prinz von Merode, seine Gemahlin, Prinzessin Clotilde, und ihre Kinder die zwei für sie an Herausforderungen organisatorischer Art nicht gerade armen Tage. Der Prinz war bald hier, bald da mit dem Sprechfunk-Gerät in der Hand zur Stelle, derweil seine Söhne mit dem Fahrrad umher eilten. Dabei wurden sie nicht allein gelassen: Mitglieder der Vereine, vor allem Jugendliche, darunter nicht zuletzt die Aktiven des Malteser-Hilfsdienstes, sorgten als Sanitäter oder auch Ordner für einen ordnungsgemäßen Ablauf des Geschehens. Andere Einwohner von Merode sowie Damen und Herren des Fördervereins von Schloss Merode waren gleichfalls zur Stelle. Das Frühlingsfest von Merode besitzt nicht zuletzt deshalb Chancen auf eine Fortsetzung – vielleicht schon im nächsten Jahr.
geschrieben von Christoph Hahn
{xtypo_info}«So viele Fenster als Tage, so viele Türen als Wochen, so viele Türme als Monate im Jahr»
Damit haben die Menschen Schloß Merode beschrieben, das Renaissance-Schloß mit mittelalterlichen Fundamenten in der Gemeinde Langerwehe bei Aachen. {/xtypo_info}
Die erste sichere Erwähnung erfolgte im Jahre 1170. Erbaut wurde die ursprüngliche Anlage von dem aus Kerpen stammenden königlichen Ministerialen Werner, der den Hof Echtz und das umliegende Land im 12. Jahrhundert von Kaiser Friedrich I. Barbarossa zu Lehen erhalten hatte. Er ließ an der Stelle des heutigen Wasserschlosses auf einer Rodung einen Sitz anlegen. Dies gab ihm und dem Ort den Namen. Aus dem lateinischen „de Rode“ und dem mittelhochdeutschen „van dem Rode“ bzw. „van me Rode“ leitet sich der heutige Name Merode ab.
Wie die erste Niederlassung Werners im 12. Jahrhundert aussah, ist nicht bekannt. Sicher war es ein kleines befestigtes Gutshaus. Die Bezeichnung „Castrum de Rode“ (Burg Merode) wird 1263 erstmals erwähnt.
Das heutige Erscheinungsbild des Schlosses geht zurück auf die intensive Bautätigkeit des Feldmarschalls Jean-Philippe-Eugène de Merode-Westerloo zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Sein Grabstein befindet sich in der Kapelle des Schlosses. Weitere bauliche Veränderungen erfuhr das Schloss in den Jahren von 1834 bis 1838.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Schloss in weiten Teilen zerstört. Der Nordwestturm und Teile des Nordflügels wurden nicht wieder aufgebaut.
Nach dem grossem Brand am 19. Juni 2000 sind 80% der restaurierten Teile des Schlosses durch einen Großbrand erheblich beschädigt worden. Großteile des Dachstuhles und ein Eckturm brannten völlig aus. Doch mit der Unterstützung der Bevölkerung und dem Enthusiasmus einzelner Menschen hat sich der heutige Prinz von Merode Charles-Louis und dessen Familie sofort entschlossen, dieses bedeutende Denkmahl zu restaurieren.
Mehr über das Schloss im Internet:
- Homepage des Schlosses: www.schlossmerode.de
- Homepage des Fördervereins Schloss Merode: www.merode.com



