Auf dem Töpfermarkt in Langerwehe wird den Besuchern wieder außerordentlich Originelles geboten. Lichterbild und Umzug.
Langerwehe. Unter Keramikern besitzt er denselben Stellenwert wie unter Bildenden Künstlern die Documenta in Kassel oder die Biennale von Venedig: Der Töpfermarkt rund um das Museum in Langerwehe gilt bei Beschickern und Besuchern gleichermaßen als erste Adresse. Nun war es wieder so weit: Rund um das historische Gemäuer am Pastoratsweg bauten die Anbieter ihre Stände auf – und das Publikum strömte am Wochenende herbei, weit über die Grenzen der gastgebenden Gemeinde hinaus.
Der Töpfermarkt – das ist schon eine Hausnummer. Und er ist weit mehr als eine Verkaufsschau, schon gar nicht eine von vielen. Was alles Menschen, die der Betrachter eher als Künstler denn als Handwerker wahrzunehmen geneigt ist, mit ihren Händen formen und hernach brennen: Das ist und war in vielen Facetten und Nuancen unter dem Himmel von Langerwehe zu sehen. Doch nicht nur unter dem mit Stroh bestreuten Freigelände des Museums präsentierten Keramiker aus Deutschland, den Niederlanden und Ungarn ihre neuen Werke. Wer wollte, konnte auch im Inneren des einstigen Pfarrhofes Töpfern und ihren Schöpfungen begegnen oder über einer Tasse Kaffee oder einer Portion Erbsensuppe die Sinneseindrücke sacken lassen.
Eine ganze Welt war es, die sich da an den mehr als 50 Ständen offenbarte. Da gab es Tassen, Teller und andere Artikel für den Essenstisch, schön in warm leuchtenden Farben und mit Tieren sowie anderen Motiven bemalt – längst nicht nur Kindersachen, sondern ach attraktive moderne Objekte für erwachsene Leute von heute. Neben dieser mehr oder minder konventionellen, wenn auch fantasievollen Gebrauchskeramik gab es eine ganze Reihe von Angeboten jenseits des Üblichen, so zum Beispiel die „Gefäße für Gefühle" von Hildegard Schemehl aus Aachen. Willibrord Börger aus dem niederländischen Ort Maurik bot bauchige „Nisttöpfe" an, die – je nach Modell – diversen fliegenden Tieren quasi auf den Leib geschneidert wurden und unter anderem von Fledermäusen oder Meisen bewohnt werden können. Außerordentlich Originelles hatte Arpad Takács aus der ungarischen Hauptstadt Budapest, der im Brennofen daheim Ocarinas, Flötchen und andere Musik-Instrumente aus Ton fertig. Und wenn der Madjar seinen Mitbringseln feine, urzeitlich anmutende Klänge entlockte, dann horchten die Marktbesucher auf.
Viel gab es zu kaufen (neben Keramik zum Beispiel Hölzernes fürs Ess- oder Spielzimmer) und manches zu schmausen, so zum Beispiel die Erbsensuppe vom Roten Kreuz aus Schlich oder die Reibekuchen der Bürgerinitiative für Müllvermeidung. Mindestens ebenso viel Bürgersinn zeigten Dr. Hans Porschen und andere Aktive des Fördervereins Alte Kirche. Zum Wohle des Gotteshauses auf dem Museum benachbarten Rymelsberg verkauften sie Lichter, die am Abend in Form eines Schaubildes dort angezündet wurden. Ein weiterer Blickfang: der Umzug der „Wehter Kumpaney" in historischen Gewändern vom Museum hinab ins Ortszentrum, der in den Abendstunden des Samstags für Aufsehen sorgte.



