Diese und andere Fragen wurden beim Tag der offenen Tür zum 100-jährigen Bestehen des Wasserleitungszweckverbandes ausführlich beantwortet.
Langerwehe. Anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Wasserleitungszweckverband (WZV) Langerwehe hat das Wasserwerk in Jüngersdorf seine Pforten geöffnet. Es wurde ausgiebig gefeiert und die Frage geklärt, wo denn eigentlich das Wasser in Langerwehe herkommt.
Wer sich diese Frage gestellt hat, war bei der Führung durch die Wassergewinnungsanlage in Wenau genau richtig. Hierzu wurde extra ein Pendelbus für die Fahrten zwischen dem Betriebsgelände in Jüngersdorf und Wenau eingesetzt. „Ja, das Wasser von Langerweher ist gut", sagt der Betriebsausschussvorsitzender Rolf Kurth.
Tiefbrunnen im Wehebachtal
Seit 100 Jahren kommt das mineralienhaltige Trinkwasser aus den Tiefbrunnen im Wehebachtal. Aus 50 Metern Tiefe wird der Trinkwasserschatz von der Wassergewinnungsanlage We nau in den über dem Verbandsgebiet liegenden Hochbehälter Schönthal und Hülsenberg gepumpt. „Wir müssen hier keine aufwendigen Aufbereitungstechniken vorhalten und für die Verteilung auch keine weitere Technik einsetzen," so Betriebsleiter des Zweckverbandes, Heinrich Schuhmacher. Das ist ein Grund, warum Langerwehe zu den Gemeinden im Kreis Düren zählt, die sich über die günstigen Wasserpreise freut. Ein Anderer: Das Wassergewinnungsgebiet liegt in einem recht großen Wald entlang des Wehebachs. Da gibt es keine Landwirtschaft, die Nitrat ins Grundwasser abgibt, was zu einem sehr reinen Trinkwasser führt. Damit das so bleibt, wurden die Pumpstation und der Hochbehälter in den vergangenen Jahren aufwendig saniert. Auch werden zurzeit für vier Millionen Euro die letzten Kilometer der restlichen hundertjährigen Rohrleitung erneuert. Dass in Langerwehe nicht nur „Grün" gedacht wird, sondern auch besonders schonend mit den Ressourcen umgegangen wird, weiß der Vorsitzende der Verbandsversammlung, Jakob Kuckertz: „Unsere Kunden sind sparsamer geworden. Pro Kopf werden heute im Durchschnitt 35 Kubikmeter Wasser verbraucht."
Aber der Zweckverband leistet mit der neuen Photovoltaikanlage und 28 000 Kilowattstunden Strom im Jahr auch einen Beitrag. Bürgermeister Heinrich Göbbels: „Das Dach musste saniert werden, bei der Gelegenheit haben wir diese Anlage angeschafft." Ein Problem hat das Langerweher Trinkwasser dennoch. „Uns erreichen immer mehr Kundenanfragen, ob wir denn etwas gegen den hohen Kalk-Gehalt tun würden. Dazu kann ich sagen, dass wir prüfen, eine große Entkalkungsanlage an der Wassergewinnungsanlage zu installieren", blickt Betriebsleiter Heinrich Schuhmacher positiv in die nahe Zukunft.
Geräte und Werkstätten
Der WZV Langerwehe präsentierte sich in der ganzen Vielfalt seiner Arbeits- und Aufgabenbereiche. Fahrzeuge, Geräte und Werkstätten konnten besichtigt werden. Zahlreiche Informationen rund um das Thema Wasser haben die Besucher genauso begeistert wie die musikalischen Höhepunkte der Bläservereinigung Merode und der Langerweher „Sunday Jazz"-Gruppe.
100 Jahre WZV Langerwehe
Die Geschichte der Wasserversorgung in der Verbandsgemeinde Langerwehe begann vor genau 100 Jahren, am 22. Dezember 1911, berichtet Langerwehes Bürgermeister Heinrich Göbbels, auch Verbandsvorsteher des Wasserzweckverbands. Die Langerweher-Gemeinden Lucherberg, Luchem, Jüngersdorf, Stütgerloch, Echtz und Konzendorf haben sich damals zu einem Zweckverband zusammenschlossen, um eine gemeinsame Wasserversorgung aufzubauen. Jahre später bildeten dann zusätzlich die Orte Schlich, D'horn, Merode, Geich, Obergeich, Heistern, Hamich, Wenau und Langerwehe den jetzigen Wasserleitungszweckverband Langerwehe.



