Der Verbandsrat des Wasserverbandes Eifel-Rur (WVER) traf sich jetzt zu seiner 100. Sitzung auf Schloss Burgau in Düren.
Paul Larue, Vorsitzender des Verbandsrats und Bürgermeister der Stadt Düren, blickte zurück auf die Verbandsgründung am 01. Januar 1993. Obwohl an anderen wichtigen Gewässern in Nordrhein-Westfalen wie Erft, Niers, Ruhr, Emscher, Lippe, Wupper und Agger bereits vergleichbare Verbände bestanden hätten, sei es für die Städte, Gemeinden, Kreise und Industrie-betriebe im Einzugsgebiet der Rur trotzdem ein Wagnis gewe-sen, bisher in ihrer direkten Verantwortung liegende Tätigkeiten an einen vom Landtag per Sondergesetz gegründeten Verband zu übertragen. Ein immer besseres Verständnis davon, dass Wasserwirtschaft in einem Flussgebiet aus einer Hand am besten betrieben werden könne, habe aber die Vorteile des Verbändemodells gezeigt.
Larue betonte dabei auch, wie wich-tig eine funktionierende Wasserwirtschaft sei. „Sie ist ein wesentliches Element der alltäglichen Lebenssicherheit der Men-schen im Gebiet der Rur", sagte er auf der Sitzung. Dabei gehe es auch um eine Vielzahl von Arbeitsplätzen in Wasser nutzenden Betrieben. Die Zusammenarbeit mit den Unternehmen sei ausgezeichnet. Larue stellte ausdrücklich auch den demokra-tischen Charakter des Verbandes heraus, in dem die Mitglieder über Verbandsversammlung und Verbandsrat direkten Einfluss auf das Geschehen beim WVER nehmen könnten. In diesem Zusammenhang verwies er darauf, dass auf Initiative des Ver-bandsrates seit dem Jahre 2004 eine Stabilität der durch die Mitglieder zu leistenden Beiträge erzielt werden konnte. Eine solch positive Entwicklung sei für einen Umlageverband äußerst ungewöhnlich. Es sei sowohl für die Kommunen als auch für die hiesigen industriellen Mitglieder wichtig, Kosten zu begrenzen. Der Verbandsratsvorsitzende bedankte sich bei allen Mitglie-dern für ihre Arbeit und strich auch die gute Zusammenarbeit mit der Verbandsspitze um den Vorstand Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Firk auf der einen Seite und dem Landesumweltministerium als Aufsichtsbehörde sowie der Bezirksregierung Köln und den Unteren Wasserbehörden auf der anderen Seite heraus.
Ganz besonders bedankte er sich bei Günter Schumacher, dem Finanzdezernenten des WVER und ständigen Vertreter des Vorstandes. Für diesen war die 100. Sitzung zugleich die voraussichtlich letzte Sitzung. Schumacher, der die genannten Funktionen seit 1995 ausübt, tritt Ende September in den Ruhe-stand. Paul Larue: „Günter Schumacher hat sich besonders für Kommunalfreundlichkeit und Beitragsgerechtigkeit im Verband eingesetzt. Dafür gelten ihm unser großer Respekt und Dank."
Weitere Informationen:
Im Verbandsrat sind 15 Vertreter der im Einzugsgebiet der Rur gelegenen Städte und Gemeinden, der Kreise, des Oberflä--chenwasser nutzenden Gewerbes und der Industrie, der Trink-wasseraufbereiter, die aus Talsperren und der Rur Rohwasser entnehmen, sowie der Arbeitnehmer im Verband. Der Rat wählt den Vorstand und überwacht dessen Arbeit. Außerdem trifft er wesentliche Entscheidungen des Verbands. Ebenso berät er den Wirtschaftsplan für das jeweils kommende Jahr vor, der dann von der Delegiertenversammlung der Verbandsmitglieder (Verbandsversammlung) beschlossen wird.
Der Verbandsrat des WVER wird von der Verbandsversamm-lung alle fünf Jahre neu gewählt. Ihm gehören zurzeit neben Paul Larue als Vorsitzender Dr. Margrethe Schmeer (Bürger-meisterin der Stadt Aachen), die Landtagsabgeordneten Axel Wirtz (Mitglied des Rates der Stadt Stolberg) und Rolf Seel (Mitglied des Gemeinderates Kreuzau) sowie die Bürgermeister Christoph von den Driesch (Herzogenrath) und Bernd Jansen (Hückelhoven) an. Für die Kreise gehört Dr. Ralf Nolten (Kreis-tag Düren) dem Gremium an. Dr. Detlef Rhodius, Geschäfts-führer der Papierfabrik Schoellershammer, zugleich stellv. Ver-bandsratsvorsitzender, und Theo Pütz von der Firma Kanzan Spezialpapiere vertreten die Interessen der Industrie. Walter Dautzenberg, Geschäftsführer der Wassergewinnungs- und –aufbereitungsgesellschaft Nordeifel (WAG) spricht für die Trink-wasserversorger. Bernd Kürten und Hermann Josef Solscheid als gewerkschaftliche Mitglieder sowie Arno Hoppmann, Jo-achim Lange und Manfred Sowa aus der WVER-Belegschaft bringen die Belange der Arbeitnehmer im Verband ein.
Der WVER unterhält im deutschen Einzugsgebiet der Rur 1.900 Kilometer Fließgewässer und betreibt 50 Hochwasserrückhalte-becken und sechs Talsperren. Außerdem verfügt er über 44 Kläranlagen zur Abwasserreinigung und betreut über 700 Son-derbauwerke wie Regenüberlaufbecken und Retentionsboden-filter.
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