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Der Standort ist für die Biogasanlage völlig ungeeignet Drucken
Gesellschaft
Donnerstag, den 24. August 2006 um 00:00 Uhr
Susanne Krüger (mitte) Ralf Krüger, Heinz Wirtz, Günther und Christ Höllnigk Helmut Korm und Günther Spölgen sind gegen den geplanten Standort der SWD Biogasanlage.
Hovener fühlen sich längst genug belastet und formulieren im Bezirksausschuss ihre Befürchtungen. SWD: Nehmen die Sorgen ernst.

Hoven. Die Emotionen kochten hoch während der Bezirksausschusssitzung in der Sporthalle der Grundschule Hoven. Unter dem Tagesordnungspunkt 3 informierte Martin Küpker, Projektleiter der geplanten Biogasanlage der Stadtwerke Düren (SWD) die zahlreich erschienenen aufgebrachten Anwohner.

Bisher erfuhren die Hovener lediglich aus der Zeitung vom Vorhaben der Stadtwerke. Seitdem haben sich viele Fragen und Befürchtungen der Anwohner angestaut, die nun beantwortet werden sollten.

Vorweg waren sich alle einig, das Umweltprojekt Biogasanlage, wo spezieller Silomais und Getreide zu Methan, Hauptbestandteil des Erdgases, vergoren wird und anschließend so aufbereitet wird, dass es in das Erdgasnetz eingespeist wird, ist im Grunde vorbildlich und begrüßenswert. Jedoch die Auswahl des Standortes am alten Wasserwerk am Ortsrand von Hoven, ist für das Projekt absolut nicht geeignet, sagen die Anwohner. So haben Sie einen 50 Punkte umfassenden Fragenkatalog über Bezirksausschussmitglied Ulrich Titz der SWD übergeben lassen.

Eine direkte Nachbarin der geplanten Anlage, Susanne Krüger, fasste die Befürchtungen der Anwohner zusammen: „Unser Haus steht genau 58,80 Meter von der geplanten Anlage entfernt. Direkt am Haus vorbei wird eine zweite Überlanderdgasleitung der Ruhrgas gelegt. Direkt im Anschluss verläuft die sechsspurige Autobahn – ohne Lärmschutzwände.“ Die Geruchsbelästigung des 800 Meter entfernten Klärwerks in Merken sei besonders bei Nordost-Wind deutlich zu spüren. Außerdem sei der Lieferverkehr der ansässigen Industrie wie CWS und Hoesch enorm. Krüger: „Wenn RWE damit beginnt Pier abzubaggern, wird weiterer Verkehr zum Raiffeisen-Silo in Merken durch Hoven kommen. Und nun soll hier eine weitere industrielle Nutzung mit erheblichem Verkehr direkt im Wohngebiet entstehen. Das ist zu viel.“

Mit ihrer Angst vor Verlust an Wohnqualität und sinkenden Immobilienwerten in direkter Nachbarschaft einer Biogasanlage werden die Betroffenen durchaus ernst genommen. SWD-Projektleiter Martin Küpker hat die Bedenken der Anwohner aufgegriffen und versprach im Bezirksausschuss, zeitnah alle Fragen zu beantworten. Ende September soll der Bauantrag für die Anlage bei der Stadt Düren gestellt werden, damit die Anlage im August 2007 in Betrieb gehen kann. Die SWD werden im Vorfeld ein Geruchsgutachten erstellen.
Direkt neben Ihren Häusern verlaufen die Gasfernleitungen.


Zahlen und Fakten zur geplanten Anlage
  • Grundlage ist das Bundesgesetz zum Einsatz von erneuerbaren Energien (10 Prozent bis 2020).
  • In Hoven soll auf ein bewährtes Konzept zur Biogaserzeugung in geschlossenem Kreislauf gesetzt werden.
  • Zum ersten Mal kommt es zur Aufbereitung und Einspeisung in das Niederdruckerdgasnetz.
  • Es geht um Energielieferung für etwa 900 Haushalte.
  • Das Erdgas der Anlage wird in SWD-eigenenen Blockheizkraftwerken mit zusätzlicher Wärmenutzung verstromt.
  • 40 Landwirte im Umkreis von fünf Kilometern liefern über langfristige Verträge den Rohstoff Silomais und Getreide.
  • 17 Lkw pro Tag bringen die Rohstoffe in der Erntezeit.
  • Laut SWD ist kaum mit Geruchsbelästigung durch den automatischen Betrieb der Anlage zu rechnen.
  • Anlagenkosten: 3,3 Millionen Euro.