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Mit dem Tandem zum „Tag der Begegnung“ Drucken
Gesellschaft
Mittwoch, den 29. April 2009 um 10:11 Uhr

Auf los geht’s los. Über 40 Schüler und Schülerinnen der Gesamtschule Merzenich Niederzier und der Förderschule Louis Braille in Düren machten sich bei sonnigen Wetter auf den Weg den Staffelstab der Integratour 2009 nach Pulheim zu bringen.Jungen und Mädchen der Förderschule Louis Braille nehmen an der Integratour des Landschaftsverbandes Rheinland teil. Die Teilnehmer lernen dabei, sich aufeinander einzustellen. Feuerwehr hilft bei Fotoaktion.

Düren. Die Schülersprecherin Angela Owendmeier der Förderschule Louis Braille des Landschaftsverbands Rheinland nimmt den Staffelstab aus den Händen von Schulleiter Wolfgang Franz und trat kräftig in die Pedale ihres Tandems. Vorne am Lenker gibt Anna Kerberich von der Gesamtschule Merzenich-Niederzier die Richtung vor.

Die beiden bringen den Staffelstab zum nächsten Punkt der großen LVR-Integratour, zur Förderschule Donatus im 40 Kilometer entfernten Pulheim. Auf dem Weg begleiten sie weitere zehn Tandempaare, Begleitfahrräder und Versorgungsfahrzeuge mit insgesamt 40 Schülern und Schülerinnen der beiden Schulen. Kreisdirektor Georg Beyß und der stellvertretende Bürgermeister Rainer Guthausen wünschten den Sportlern bei herrlichem Sonnenschein am Mittwochmorgen eine gute Etappe. „Wir haben vorher kräftig geübt. Aber die Tandempaare haben sich heute und hier erst gefunden und müssen sich aufeinander einstellen“, sagte Schulleiter Wolfgang Franz und ergänzte: „Mit dem Tandem unterwegs sein ist nicht einfach. Es kommt darauf an, gemeinsam das Gleichgewicht zu halten und Vertrauen zueinander zu haben. Besser kann man Integration nicht leben.“ Dabei haben sie auf den vier Etappen über Merzenich, Kerpen, vorbei am Haus des Formel-1-Fahrers Graf Berge von Tripps bis nach Pulheim reichlich Gelegenheit.

Für die Schulleiter Hermann-Josef Gerhards aus Merzenich und Schulleiter Wolfgang Franz aus Düren war es keine Frage, den Kooperationsvertrag der beiden Schulen erneut zu verlängern.Die LVR-Integratour startete am 23. April in Aachen und führt durch das ganze Rheinland. Je eine Gruppe einer Schule läuft oder fährt zur nächsten Station und übergibt den Staffelstab und das Banner der Tour an die nächste Gruppe.

Das gemeinsame Ziel ist der Archäologische Park des LVR in Xanten, wo am 16. Mai beim „Tag der Begegnung“ zum zwölften Mal das bundesweit größte Familienfest für Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam gefeiert wird.

Mit der Gesamtschule Merzenich-Niederzier hat die Förderschule Louis Braille in Düren seit vier Jahren eine enge Verbindung.

Mit dem Tandem unterwegs sein ist nicht einfach. Es kommt darauf an, gemeinsam das Gleichgewicht zu halten und Vertrauen zueinander zu haben. Besser kann man Integration nicht leben.

Wolfgang Franz, Schulleiter


Etappenstart

Die Feuerwehr Löschgruppe Birkesdorf verbreitete viel Schaum, damit die einzelnen Punkte aus schwarzen Regenschirmen beim anschließenden Foto aus luftiger Höhe Louis Braille in Punktschrift ergaben.So war es auch keine Frage, dass über 90 Schüler und Schülerinnen aus Merzenich zum Etappenstart in Düren gekommen sind. Immer wieder sind sie während ihres Sozialpraktikums in Düren, Hospitieren im Unterricht, machen gemeinsame Kunstprojekte und sind bei Sportveranstaltungen dabei. Für den Schulleiter Hermann-Josef Gerhards aus Merzenich und Schulleiter Wolfgang Franz aus Düren Grund genug, den Kooperationsvertrag der beiden Schulen erneut zu verlängern.

Zeitgleich mit dem Eintreffen der Staffeltour in Pulheim bereiteten die Schüler in Düren anlässlich des 200. Geburtstages des Erfinders der Blindenschrift Louis Braille eine ganz besondere Aktion vor. Mithilfe der Feuerwehr-Löschgruppe Birkesdorf wurde ein großer weißer Teppich aus 240 Litern Löschschaum auf das Gelände der Schule gelegt. Dort hinein stellten sich 37 Jungen und Mädchen der Blindenschule zusammen mit 37 Jugendlichen von der Gesamtschule Merzenich-Niederzier. Natürlich nicht wahllos, sondern wohl geordnet. Je ein Paar hatte einen schwarzen Regenschirm und stellte einen Punkt dar. Vom Boden aus war schon zu erahnen, welche Botschaft die Schüler zeigen würden. „Wir gehören zum Buchstaben L“ und „Wir sind ein Teil vom E“ sind die Antworten der Schüler über die Bedeutung ihres Tuns.

Erst in luftiger Höhe konnte man erkennen, was die einzelnen Punkte bedeuten. Dazu überflog ein Ultraleichtflugzeug mit einem Fotografen das Gelände in 150 Metern Höhe und nahm die lebende Schrift auf. Die einzelnen Punkte ergänzten sich zum Schriftzug Louis Braille, der aus luftiger Höhe weithin sichtbar war. Diese Fotoaktion war der Beitrag der Louis-Braille-Schule zum Louis-Braille-Jahr.

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Jeder Buchstabe im Braillealphabet wird in einem Feld mit sechs Punkten dargestellt.

Das Endergebnis läßt sich am Boden bereits erahnen. In Luftiger Höhe ist der Schriftzug Louis Braille in Punktschrift weithin sichtbar.