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Back Dürener Kultur Theater in Düren Viel Leben und viel Schicksal – viel Witz und Charme

Viel Leben und viel Schicksal – viel Witz und Charme

Eindrucksvolle Ensembleszenen gehörten zu den Stärken der „Jensen-Show“. Foto: HahnLangzeitarbeitslose werden beim Stück „Herr Jensen“ zu Darstellern ihres Lebens. Ein Betroffenheitsstück ist es aber nicht.

Düren. Sie spielten, als ginge es um ihr Leben – weil sie ihr Leben spielten: Langzeitarbeitslose wurden bei dem Stück „Herr Jensen“ nach einem Text des deutschen Schriftstellers Jakob Hein zu Darstellern. Mit der Gemeinschaftsproduktion, an dem unter anderem Marion Kaeseler von der Theaterpädagogik Düren und die Caritas beteiligt sind, machte dieses etwas andere Ensemble nach Gastspielen in Aachen und Heinsberg nun im Haus der Stadt Station.

Ein etwas anderes Ensemble sind die „Jensen“-Protagonisten schon deshalb, weil bei ihnen die Akzente anders als bei Kollegen von etablierten Bühnen gesetzt werden. Die Produktion, die Marion Kaeseler mit Verena Mayer von der Theateroffensive Duisburg auf die Beine gestellt hat, bestach durch andere Stärken. Da kam halt die Diktion nicht so glatt daher wie bei akademisch ausgebildeten Mimen. Aber dafür war alles echt und kam – mehr oder weniger gefiltert – aus dem Leben der Menschen auf der Spielfläche.

Seine Dichte gewann der ungewöhnliche Abend noch wegen eines anderen Umstands: Akteure und Zuschauer saßen einander auf der Bühne gegenüber. Eine Distanz konnte da erst gar nicht aufkommen. Im Verlauf des rund 75-minütigen Stücks berührten die Darsteller das Publikum aber auch mit ihrer Herzlichkeit. In jedem Satz steckte viel Leben und viel Schicksal, aber auch Witz und Charme. Darum war „Herr Jensen“, ausgestrahlt im fiktiven Fernsehsender „Hartz Fear TV“, kein Betroffenheitsstück. Hinter jeder Tragödie lauert hier wie im tatsächlichen Leben die Komödie. Dokumentarisch mutete diese Inszenierung darum noch lange nicht an. Immer wieder gab es eindrucksvolle Ensembleszenen, bei denen sich die Figuren etwa wie Roboter zu den herausgebrüllten Kommandos eines Darstellers hin und her bewegten.

Nicht zuletzt deshalb war „Herr Jensen“ vor allem eines: ein Kunst-Stück.