Jugendchor und Pfarrorchester St. Anna und Marien begeistern mit der Jugendoper „Die Räuberin".
Düren. Da war nichts Braves dran, weder von der Musik noch von der Handlung her: Friedrich Radermachers Moritatenoper „Die Räuberin" biedert sich kein bisschen beim Publikum an, weder bei Kindern und Jugendlichen noch bei den Eltern. Das ist ihr großes Plus, zumal wenn sie so schwungvoll auf die Bühne gebracht wird wie im Haus der Stadt zu Düren von Jugendchor und Pfarrorchester St. Anna und Marien unter der Leitung von Kantor Hans-Josef Loevenich.
Zwei Aufführungen
Zum einen war diese Aufführung (das Stück wurde zwei Mal gegeben, das erste Mal sogar in Anwesenheit des Komponisten) ein Kraftakt: Zwei Stunden Aufführung plus Pause – das will erst einmal gestemmt werden. Dabei aufzutreten, verlangt Mut, auch wenn der Saal nicht ganz gefüllt ist.
Diesen Mut haben Kantor Loeeenich sowie die beiden Regisseurinnen Ria Flatten und Daniela Bosenius zusammen mit ihrer vielköpfigen Darstellerschar reichlich bewiesen. Mehr noch: Die Akteure im Alter zwischen zwölf und 16 Jahren platzten schier vor Spiel- und Einsatzfreude.
Die Geschichte steckte voller spannender Elemente: Karoline hat genug von ihrem gutbürgerlichen Leben, büxt aus und wird zur ersten Räuberhauptfrau der Welt. Doch ihr Glück währt nicht ewig... Das alles breiten die Dürener Interpreten als breit angelegten Bilderbogen aus. An schönen, klaren Stimmen fehlte es im Ensemble nicht. Mehr noch: In der Auseinandersetzung mit Radermachers forderndem Notentext, der Anklänge an den Jazz ebenso enthält wie Anleihen an die Klassische Moderne, beweisen sie Meisterschaft.
Den weiten Bühnenraum im Haus der Stadt zu füllen fällt den Mitwirkenden nicht schwer. Kein Wunder, dass der Funke zu den Zuschauern rasch übersprang – zumal ein Bänkelsänger das Publikum in jeden Akt der spannenden Handlung mit einer Moritat einführte.
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