Gelungenes Adventskonzert des Arbeitskreises Offene Altenarbeit mit dem Chor „Cantio pistoriensis" in der Marienkirche.
Düren. Mag auch ringsum die immer gleiche Einheitssoße aus hell klingenden Glöcklein und anderen Geräuschen in den Köpfen von Einkaufenden und Weihnachtsmarkt-Besuchern jedes Empfindungsvermögen nachhaltig betäuben oder gar ertränken – die Mitglieder des in Winden beheimateten Chores „Cantio pistoriensis" denken und handeln da völlig anders. Dokumentiert haben das die Sängerinnen und Sängern beim Adventskonzert des Arbeitskreises Offene Altenarbeit in der Dürener Marienkirche. Mehr als eine Stunde lang hüllten die Künstler unter Leitung ihres Dirigenten Markus Platzbecker die rund 70 Zuhörer fernab jeder süß triefenden Weihnachtsseligkeit in gepflegten Klänge ein – kunstreich und niveauvoll, aber auch berührend.
Gepflegte Klänge
Das gesamte von Miriam Platzbecker moderierte Konzert lang wussten der musikalische Leiter und die Seinen mit ihrem ebenso transparenten wie farbigen Gesang zu überzeugen. Das kam schon dem ersten Werk, dem mit Chorälen aus der Feder unter anderem von Johann Sebastian Bach und Johann Crüger zu einem Pasticcio verbackenen Magnificat des Neapolitaners Francesco Durante (1684-1755) zu Gute. Nachdem in der Folge das Duo Markus Platzbecker (Orgel) und Matthias Mahlberg (Trompete) mit zwei Sätzen aus einer Sonate des englischen Barockmeisters Henry Purcell für ein glanzvolles Intermezzo gesorgt hatte, ließ „Cantio pistoriensis" darauf mit seiner Umsetzung der Weihnachtsgeschichte aus der Feder des Hannoveraners Arnold Melchior Brunckhorst (vermutlich 1670-1725) ein ähnliches Gestaltungsvermögen erkennen – eine Tugend, die sich dem Publikum vor allem durch die leuchtende Dramatizität der einzelnen Arien, Rezitative und Chorsätze mitteilte.
Das Wunder war perfekt: In relativ kurzer Zeit (dieses Konzert dauert gerade mal eineinviertel Stunde) hatten die Darbietungen in der Marienkirche den Besucher, überwiegend Senioren und Freunde des Chores, ein etwas anderes Adventsgefühl gebracht. Ein kleines Wunder nur wenige Tage vor der Christnacht.
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