Cornelia Brommer und Ulrich Pätzold-Jäger bringen ihren Zuhörern in der Stadtbücherei als „Duo Pätz & Co." auf vergnügliche Art und Weise vermischte Gedichte der eher heiteren Art dar
Düren. Sie wirken wie Bänkelsänger – aber sie schmettern keine mehr oder minder unterhaltsamen Geschichten: Cornelia Brommer und Ulrich Pätzold-Jäger ziehen als Literatur-Vermittler durch das Land. Mit mehr als einem guten Schuss Komödianterie bringen sie ihren Zuhörern auf vergnügliche Art und Weise vermischte Gedichte der eher heiteren Art dar. Die Drehorgel kommt dabei mindestens so oft zum Einsatz wie die Gitarre. Proben ihrer Kunst trugen die zwei Künstler aus Witten an der Ruhr, die als „Duo Pätz & Co." auftreten, jetzt ihrem Publikum in der Dürener Stadtbücherei vor. Anlass für das Gastspiel der Westfalen war das 20-jährige Bestehen des Hauses der Stadt, in dem auch die Bibliothek untergebracht ist.
Kleinkunst kommt vom kleinen Rahmen, mochte der Beobachter vielleicht denken. Denn zu der Vorstellung, deren Reiz nicht zuletzt in der unkonventionellen Interpretation von Lyrik bestand, waren nur wenige Fans des gereimten und des ungereimten Wortes erschienen – für Bücherei-Leiterin Karin Call-Stinner und ihre Kolleginnen, die diese Veranstaltung mit Sorgfalt und Liebe vorbereitet hatten, gewiss so sehr eine Enttäuschung wie für die Gäste – und zwar eine völlig unverdiente. Denn die Gedichte, unter anderem von Kästner, Ringelnatz und anderen Größen dieses Genres, aber auch von Unbekannten wie dem 2009 verstorbenen Ingenieur Günter Nehm, haben „Pätz & Co." nun wirklich so vorgetragen, dass sie dem Motto des Abends „Literatur einmal anders" alle Ehre machten. Das war halt keine trockene Dichterlesung, in dem Silbe für Silbe die Wörter zelebriert wurden, als ginge es um ein Hochamt: Unterhaltung, aber mit Niveau und ohne billige Pointen wie bei einer Fernsehshow – das schien das Anliegen der Duo-Partner in der Bücherei zu sein.
Gags und Pointen
Dabei verkniffen sich Brommer und Pätzold-Jäger keineswegs Gags und Pointen. Zum Gassenhauer „Was machst du mit dem Knie, lieber Hans" etwa vollführte der Drehorgel-Spieler Bewegungen mit eben jenem Körperteil, die erahnen ließen: Der braucht bestimmt keinen Physiotherapeuten.
Lust an süffisanten Details, an köstlichen Anzüglichkeiten – die haben die zwei Besucher von der Ruhr im Übrigen so vor ihren Zuhörern ausgebreitet wie sich das gehört: lustvoll nämlich.
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