Musikkorps der Bundeswehr aus Siegburg stimmt in der Marienkirche auf die Weihnachtszeit ein. Die portugiesische Sopranistin Leonor Amaral zieht das Publikum in ihren Bann. Erlös für soziale Einrichtungen.
Düren. Nicht nur als Ort von Gottesdiensten, sondern auch als Stätte der Kulturpflege spielt die Marienkirche am Leopold-Hoesch-Museum im Herzen von Düren eine immer größere Rolle. Jetzt fand dort erstmals eine der traditionsreichsten Veranstaltungen im Musikleben der Kreisstadt statt: Unter der Schirmherrschaft von Oberst Andreas Hoppe, als Kommodore oberster Offizier des in Nörvenich stationierten Jagdbombergeschwaders 31 „Boelcke", spielte das von Oberstleutnant Walter Ratzek geleitete Musikkorps der Bundeswehr zu deren 42. Wohltätigkeitskonzert auf.
Im Dienst des Allgemeinwohls
Bürgermeister Paul Larue, Ehrengast bei diesem Konzert, bekräftigte die Wertschätzung für die Soldaten und ihr Engagement im Dienste des Gemeinwohls: „Auch wir hier haben aufgeatmet, als es hieß: Das Jagdbombergeschwader bleibt in Nörvenich." Der Kommandeur bekräftigte gleichfalls die Verbundenheit mit dem zivilen Umfeld in Stadt und Kreis, bevor die Gäste aus Siegburg klangvoll die Regie über den musikalischen Abend übernahmen.
Mit strahlendem Blechbläser-Sound und der traditionellen englischen Weise „Joy to the World" eröffneten die in feierliches Schwarz gekleideten Musikerinnen und Musiker den Abend – und tauchte ihn damit zugleich in ein (vor)weihnachtliches Licht, gehörten doch auch bis auf eine Ausnahme alle anderen aufgeführten Stücke in denselben Festkreis.
Diese einzige Ausnahme bildete im Übrigen die Sinfonische Dichtung „Gloriosa" des japanischen Komponisten Yasuhide Ito. Itos Werk, in dem er die Verfolgung der ersten Christen Nippons mit den Mitteln der Töne nachzeichnet, bot Dirigent Ratzek und n Mitstreitern in Hülle und Fülle Gelegenheit, die nicht gerade geringen eigenen künstlerischen Fähigkeiten strahlen zu lassen. Im Bereich der Perkussion zum Auftakt des ersten Satzes von berückender Zartheit, gestaltete das Musikkorps dem gegenüber die furioseren Teile mit großem Ausdrucksreichtum und interpretatorischer Vielschichtigkeit, nicht unähnlich den vielen Facetten einer Landschaft.
An Höhepunkten reich war das Konzert freilich auch sonst. „The first noel", eine andere traditionelle Weihnachtsweise, brachte den rund 500 Zuhörern in der Marienkirche nicht nur die Bekanntschaft mit dem meisterlich die Piccolotrompete spielenden Solisten (und Soldaten) Uwe Benning, sondern auch ein Hörerlebnis von großer innerer Kraft und sorgsam polierter Brillanz. An ruhigeren Melodien fehlte es bei diesem Benefizkonzert nicht, wie die Umsetzung von Richard Strauss' Lied „Die Heiligen Drei Könige" erkennen ließ. Zugleich brachte dieser Titel die erste Begegnung mit der aus Portugal stammenden Sopranistin Leonor Amaral, die mit Charme und ausdrucksstarker Stimme das Publikum rasch für sich einnahm.
Ein Mix aus Poesie sowie Ohrwürmern wie „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" und „We wish you a merry Christmas" – dieses Musikereignis musste zum Erfolg werden, zum Erfolg vor allem für die, denen in diversen sozialen Institutionen die Einnahmen aus diesem Konzert zu Gute kommen.
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