Sat05192012

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Back Dürener Kultur Kabarett in Düren Ein sehr köstliches Herumgezicke

Ein sehr köstliches Herumgezicke

Verschworene Truppe: Claudia Gorzalka, Elsie Nabu und Elke Schlimbach (von links) in der Springmaus-Musical-Comedy „Die Weiber reloaded" auf der Bühne in Düren. Foto: Hahn„Die Weiber reloaded" unterhalten mit fetziger Musik und witzigen Dialogen

Düren. Düren. Was kommt heraus, wenn ein Vollprofi mit Vollprofis Theater macht? Unter anderem ein Stück wie „Die Weiber reloaded", ein Spektakel mit viel fetziger Musik und witzigen Dialogen rund um vier Frauen um die 50. Auf die Bühne im Haus der Stadt zu Düren haben es Regisseur und Autor Bill Mockridge sowie die Damen der Bonner Springmaus-Musical-Comedy-Truppe gebracht.

Kein Wunder, dass das Publikum – darunter auch die künstlerische Leiterin des Hauses, Monika Rothmaier-Szudy – von der rund zweistündigen Vorstellung mehr als begeistert waren.

Denn eigentlich war keine Minute zu lang oder gar eine zu viel. Zum einen hielten Ariane Baumgartner am E-Piano und Sonja Nickenig am Schlagzeug die Handlung musikalisch konstant unter Druck. Zum anderen hatte der Regisseur, der in Düren auch schon als Solo-Kabarettist aufgetreten und überdies einer breiten Öffentlichkeit als Star aus der „Lindenstraße" im Ersten bekannt ist, in den Proben merklich alles getan, um den ohnehin vorhandenen Spielwitz von Elsie Nabu, Claudia Gorzalka, Susanne Flury und Elke Schlimbach noch weiter heraus zu polieren. Denn die vier Darstellerinnen gaben alles – und die Zuschauer im Saal rasten mehr als einmal vor Vergnügen.

Bei den Frauen im Haus der Stadt wird die Erkenntnis, dass dieses oder jenes bei ihnen so hätte sein können oder sich vielleicht sogar ganz ähnlich verhalten hat, die Lachsalven voran getrieben haben. Das Verhältnis mit dem Bofrost-Mann, das köstlich Herumgezicke vor, in und um die Umkleide-Kabine herum, das Einschwingen auf die Esoterik-Welle: Vieles und noch mehr wirkte wie aus dem Leben gegriffen. Zugleich wirkte es aber auch köstlich überdreht: Wenn zum Beispiel Elke Schlimbach zu Meat Loafs Hit „I'd do anything for love" mit ihrem Kühlschrank („Du bist kalt, und du machst mich so heiß) von jeglichem Diätwahn befreit über die Bühne rockt – das wird kein Mensch, der dabei war, so schnell vergessen.