Sat05192012

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Back Dürener Kultur Kabarett in Düren Ein kulinarischer Volksschauspieler

Ein kulinarischer Volksschauspieler

Kann denn Butter Sünde sein? „Nein", sagt Horst Lichter, der in der Arena Kreis Düren 1000 Besucher begeisterte. Foto: HahnHorst Lichter unterhält 1000 Besucher in der Kreisarena mit rheinischer Herzhaftigkeit. Von guter Ware und Götterspeisen.

Düren. Er ist ein Showman – aber nicht nur. Er ist ein Gourmetkoch – aber nicht nur: Horst Lichter kann kein Mensch der Welt hundertprozentig ausrechnen. Vor allem aber gehört der Küchenkünstler aus dem Erftkreis zu den Vertretern ihrer Region, die das rheinische Lebensgefühl merklich und medienwirksam nach außen tragen. Proben und Pröbchen davon gab er beim Gastspiel mit seinem aktuellen Programm Kann denn Butter Sünde sein?" in der Arena Kreis Düren zum Besten. Dank der rund 1000 begeisterten Zuschauerinnen und Zuschauer wurde der Auftritt zum Heimspiel. Das war er natürlich sowieso, denn von Rommerskirchen-Butzheim, wo der Star des Abends wohnt, nach Düren ist es nicht gerade weit.

Mehr als nur der Lafer-Partner

Vor allem aber wurde eines deutlich: Lichter ist mehr als der Partner seines Fernsehkoch-Kollegen Johann Lafer. Als Rheinländer genießt der Mann mit dem kugeligen, kahlen Kopf und dem markant ondulierten Schnurrbart vor allem einen Vorteil: Ohne falsche Rücksicht redet er drauf los – und zwar über (fast) jedes Thema, komme was wolle.

Sowieso ist Lichter, ein Typ mit dem Talent, sich zu jedermanns (und -fraus) Freund machen zu können, nicht gerade der, der um ein Wort oder zwei verlegen wäre. Eine Frau, die er mit einem ebenso sahnigen wie alkoholischen Dessert („Machen wir doch mal eine richtige Todsünde") bedient, begrüßt er mit den Worten: „Na, Du bist aber auch nicht gerade ein Knochen-Mobilée."

Aber dafür lieben die Leute in der Arena ihren Horst: Was er serviert, serviert er mit merklicher rheinischer Herzhaftigkeit. Ein Mensch wie die frisch geräucherte Wurst am Fleischerhaken.

Sahne, Butter, Karamell

Horst Lichter erwies sich in Düren aber nicht nur als kulinarischer Volksschauspieler. Denn von einem Missionar hat er auch etwas an sich. Sahne, Butter, Karamell und noch mehr: Das alles sind für ihn, abgesehen von Metaxa, wahre Götterspeisen.

Kurz und griffig erklärte Lichter auch den Unterschied zwischen Lebens- und Genussmitteln. Auch wenn er dabei nicht zu knapp redet, so hat der Solist dabei doch jede Menge zu sagen – zum Beispiel: „Sorgt Euch nicht um Kalorien oder Kilojoule, sorgt Euch lieber darum, dass ihr gute Ware esst."

Einen Freund mehr hat er im Publikum auch gefunden: Rudolf, den aus der ersten Reihe, den er mit Kostproben aller Art traktierte und der für ihn zum Sidekick des Abends wurde, ganz so wie er in seinem Fernsehleben für Johann Lafer. Und: Selbstverständlich kann Butter keine Sünde sein, wenn sie der Schmecklecker nur reinen Herzens und ohne falsche Reue genießt.

Mehr im Internet: www.horst-lichter.de