Das WM-Kabarett „Ballzauber" widmet sich im Komm mit süffisantem Witz und Spottlust dem männlichen Gefühlsleben
Düren. Den Ball haben sie schön flach gehalten und statt realen intellektuelle Steilpässe hingelegt. Alles Andere hätte ja auch im kuschelig-kompakten Raum des Dürener Kulturzentrums KOMM an der August-Klotz-Straße zu Problemen geführt. Dort nämlich war das Kölner Trio Ruth Schiffer, Lüder Wohlenberg und Jörg Fuhrländer mit seinem WM-Kabarett „Ballzauber" zu Gast.
Zum Schreien komisch
Wer angesichts der nahenden Fußball-Weltmeisterschaft erwartet hätte, dass sich die Massen auf der Treppe zur Spielfläche im Keller gedrängelt hätten, sah sich getäuscht: Das Interesse fiel eher zurückhaltend aus. Ist ja auch kaum ein Wunder: Wenn ein Spiel beginnt (oder schon früher), hört der Spaß auf – ganz wie im Karneval.
Ruth Schiffer und Lüder Wohlenberg, denen Jörg Fuhrländer am Klavier ein verlässlicher Begleiter war, ließen sich davon nicht beirren. Text- und stimmsicher nahmen sie die Ersatzreligion Fußball von ihrer leichten Seite. Was andere Menschen je nach Neigung in helle Begeisterung oder tiefe Verzweiflung stürzt, meisterten sie mit Humor und Ironie. Die unglückliche, unerwiderte Liebe zum 1. FC Köln zum Beispiel. Lustvoll ausgespielt wurden jahrelang kultivierte Gegensätze: hie die Rheinländerin Schiffer, da der Norddeutsche und St.-Pauli-Fan Wohlenberg: Da wurden Vorurteile und andere Besitztümer mit süffisantem Witz und schierer Spottlust auf links gewendet.
Besonders gelungen wirkte die Szene, die „Ballzauber" den Untertitel lieferte: „Wenn Männer fühlen" hatte von den Grimassen her fast Louis-de-Funès-Format. Lüder Wohlenbergs Gesicht zeigte in diesen Szenen eine nachgerade unendliche Beweglichkeit – zum Schreien komisch. Ruth Schiffer hatte deswegen noch lange nicht das Nachsehen: Sie hatte als Sängerin einen markanten Auftritt nah dem anderen.
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