Lyrik-Marathon u.a. mit Ulla Hahn und Michael Lentz im Haus der Stadt. Lass hören 2010 ist ein Querschnitt der deutschen Lyrik
Düren. Im Haus der Stadt Düren findet am Samstag, dem 27. November, wieder ein Lyrik-Marathon statt. Bei der dritten langen Nacht der Poesie präsentiert der veranstaltende Kunstförderverein Kreis Düren sieben renommierte Autoren aller Generationen der Gegenwartsliteratur.
Die in zwei Blöcke aufgeteilte Veranstaltung beginnt um 18.30 Uhr und endet gegen Mitternacht. Besonders freuen dürfen sich die Literaturinteressierten diesmal vor allem auf Ulla Hahn und den in Düren geborenen Michael Lentz, der 2001 mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet wurde und 2006 bei der ersten langen Nacht der Poesie in Düren mit seinem Vortrag begeisterte. Doch auch ansonsten liest sich die Liste der Autoren arte ein „Who is who" der Lyrik unserer Tage, verspricht Gerhard Quitmann, der Vorsitzende des Kunstfördervereins, der die Veranstaltung mit Beate Krüger-Lenders organisiert hat. Überhaupt hat der Kunstförderverein seinen Arbeitsbereich Literatur in den vergangenen Jahren konsequent ausgebaut. Neben dem alle zwei Jahre stattfindenden Lyrik-Marathon gibt es unter dem Titel „Der Lyrik eine Gasse" außerdem regelmäßig Autorenlesungen in Schloss Burgau.
Die dritte lange Nacht der Poesie beginnt um 19 Uhr mit Bas Böttcher, der als Poetry-Slam-Vertreter große Erfolge im Fernsehen und auf der Bühne feiert. Der Sprech- und Liedpoet fürs Rappen und Reimen wird mit seiner kreativen Dichtung und seinem lebendigen Vortrag ganz besonders die jüngeren Generationen ansprechen.
Lutz Seiler, der erst kürzlich mit dem Fontane-Preis ausgezeichnet wurde, schreibt mit gedeckten Farben, mit innerer Musik und sprachlicher Genauigkeit. Dabei geht es ihm auch um die Verbindung aussterbender und moderner Worte.
Monika Rinck ist wieder eine Vertreterin der jungen Lyrikgeneration. In ihren Gedichten trifft Ironie Ernst, verbündet sich Hohes und Niederes. Es wird gesungen, geplaudert, geflirtet und räsoniert, aber ganz ohne Romantik. Auf- und Anregung im besten Sinne. Den Abschluss des ersten Teils des Lyrik-Marathons bildet der 1964 in Düren geborene Michael Lentz. Er ist ein „Hörschriftsteller", der die Sprache als Sprechspiel verwendet. In seinem neuesten Band „Offene Unruh" beschreibt er in 100 Gedichten auf hinreißende Weise die Liebe.
Nach einer von der Jazzband „Jazzaffairs" musikalisch gestalteten Pause beginnt gegen 21.30 Uhr der zweite Teil der langen Poesienacht. Als Ehrengast begrüßt der Kunstförderverein an diesem Abend Ulla Hahn, die in diesem Jahr mit dem Verdienstorden des Landes NRW und dem Ida-Dehmel-Preis ausgezeichnet wurde. Ulla Hahn war die Senkrechtstarterin in der 80er-Jahren und hat die Lyrikszene ganz wesentlich beeinflusst. Ihre Gedichte versuchen, Herz und Kopf miteinander in Einklang zu bringen. Ulla Hahn ist Romantikerin und Aufklärerin in einem. Ihr zuzuhören, bereit Vergnügen und Arbeit. Der 1932 geborene Jürgen Becker ist ein Sammler von Bildern und Stimmen, die dann in seine Gedichte eingehen. Er bringt Wahrnehmungen zum Klingen und Landschaften zum Leuchten. Lyrik ist bei Jürgen Becker, der in Köln lebt, Poesie und Topografie in einem. Der in Dresden geborene Thomas Rosenlöcher steht schon lange auf der Wunschliste des Kunstfördervereins. Seine Verse haben ein sinnliches Verhältnis zur Natur. Sie sprechen aber auch von Liebe, die nichts kostet. Seine Gedichte sind eigenwillig, radikal und subjektiv und immer verständlich.
Moderiert wird der Abend von Hajo Steinert und Michael Braun. Der Eintritt zur langen Nacht der Poesie kostet zehn Euro, ermäßigt fünf Euro. Karten sind im Vorverkauf erhältlich an der Theaterkasse im Haus der Stadt und an der Kulturtheke im Bürgerbüro sowie an der Abendkasse.
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