Sat05192012

Last update11:28:12 AM

Back Dürener Kultur Autoren in Düren Dritte lange Nacht der Poesie

Dritte lange Nacht der Poesie

Lyrik-Marathon u.a. mit Ulla Hahn und Michael Lentz im Haus der Stadt. Lass hören 2010 ist ein Querschnitt der deutschen Lyrik

Düren. Im Haus der Stadt Düren findet am Samstag, dem 27. November, wie­der ein Lyrik-Marathon statt. Bei der dritten lan­gen Nacht der Poesie präsentiert der veranstal­tende Kunstförderverein Kreis Düren sieben re­nommierte Autoren aller Generationen der Gegen­wartsliteratur.

Die in zwei Blöcke aufge­teilte Veranstaltung be­ginnt um 18.30 Uhr und endet gegen Mitternacht. Besonders freuen dürfen sich die Literaturinteres­sierten diesmal vor allem auf Ulla Hahn und den in Düren geborenen Micha­el Lentz, der 2001 mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet wur­de und 2006 bei der ersten langen Nacht der Poesie in Düren mit seinem Vor­trag begeisterte. Doch auch ansonsten liest sich die Liste der Autoren arte ein „Who is who" der Lyrik unserer Tage, ver­spricht Gerhard Quitmann, der Vorsitzende des Kunstfördervereins, der die Veranstaltung mit Beate Krüger-Lenders or­ganisiert hat. Überhaupt hat der Kunstförderverein seinen Arbeitsbereich Li­teratur in den vergange­nen Jahren konsequent ausgebaut. Neben dem alle zwei Jahre stattfin­denden Lyrik-Marathon gibt es unter dem Titel „Der Lyrik eine Gasse" außerdem regelmäßig Autorenlesungen in Schloss Burgau.

Die dritte lange Nacht der Poesie beginnt um 19 Uhr mit Bas Böttcher, der als Poetry-Slam-Vertreter große Erfolge im Fernsehen und auf der Bühne feiert. Der Sprech- und Liedpoet fürs Rappen und Reimen wird mit seiner kreativen Dichtung und seinem lebendigen Vor­trag ganz besonders die jüngeren Generationen ansprechen.

Lutz Seiler, der erst kürz­lich mit dem Fontane-Preis ausgezeichnet wur­de, schreibt mit gedeckten Farben, mit innerer Musik und sprachlicher Genau­igkeit. Dabei geht es ihm auch um die Verbindung aussterbender und moder­ner Worte.

Monika Rinck ist wieder eine Vertreterin der jun­gen Lyrikgeneration. In ihren Gedichten trifft Iro­nie Ernst, verbündet sich Hohes und Niederes. Es wird gesungen, geplau­dert, geflirtet und räso­niert, aber ganz ohne Romantik. Auf- und An­regung im besten Sinne. Den Abschluss des ersten Teils des Lyrik-Marathons bildet der 1964 in Düren geborene Michael Lentz. Er ist ein „Hörschriftsteller", der die Sprache als Sprechspiel verwendet. In seinem neuesten Band „Offene Unruh" be­schreibt er in 100 Gedich­ten auf hinreißende Weise die Liebe.

Nach einer von der Jazz­band „Jazzaffairs" musi­kalisch gestalteten Pause beginnt gegen 21.30 Uhr der zweite Teil der langen Poesienacht. Als Ehren­gast begrüßt der Kunstför­derverein an diesem Abend Ulla Hahn, die in diesem Jahr mit dem Ver­dienstorden des Landes NRW und dem Ida-Dehmel-Preis ausgezeichnet wurde. Ulla Hahn war die Senkrechtstarterin in der 80er-Jahren und hat die Lyrikszene ganz wesent­lich beeinflusst. Ihre Ge­dichte versuchen, Herz und Kopf miteinander in Einklang zu bringen. Ulla Hahn ist Romantikerin und Aufklärerin in einem. Ihr zuzuhören, bereit Ver­gnügen und Arbeit. Der 1932 geborene Jürgen Becker ist ein Sammler von Bildern und Stimmen, die dann in seine Gedich­te eingehen. Er bringt Wahrnehmungen zum Klingen und Landschaf­ten zum Leuchten. Lyrik ist bei Jürgen Becker, der in Köln lebt, Poesie und Topografie in einem. Der in Dresden geborene Thomas Rosenlöcher steht schon lange auf der Wunschliste des Kunstför­dervereins. Seine Verse haben ein sinnliches Ver­hältnis zur Natur. Sie sprechen aber auch von Liebe, die nichts kostet. Seine Gedichte sind ei­genwillig, radikal und sub­jektiv und immer ver­ständlich.

Moderiert wird der Abend von Hajo Steinert und Michael Braun. Der Eintritt zur langen Nacht der Poesie kostet zehn Euro, ermäßigt fünf Euro. Karten sind im Vor­verkauf erhältlich an der Theaterkasse im Haus der Stadt und an der Kultur­theke im Bürgerbüro so­wie an der Abendkasse.