Dialog mit Direktorin Dr. Renate Goldmann im Leopold-Hoesch-Museum.
Düren. Worte und Wörter weiß Hans-Peter Riese wohl zu setzen – und zwar sparsam. Wiewohl er als Korrespondent für Rundfunk und Fernsehen in Prag, Moskau und Washington dem Publikum das Weltgeschehen immer wieder in pointierten Formulierung zu erläutern wusste, machte er beim öffentlichen Dialog im Leopold-Hoesch-Museum mit dessen Leiterin, Dr. Renate Goldmann, um seine Leidenschaft für die Kunst wenig verbales Gewese. „Es hat etwas damit zu tun, dass ich es haben will", begründete der 70-Jährige die Passion für Gemälde und Skulpturen. Für das Gastspiel dieses Unruheständlers in Düren gab und gibt es im Übrigen einen aktuellen Anlass: Bis zum 19. Februar 2012 macht unter dem Titel „Dialog über Grenzen" seine Sammlung in der Kreisstadt Station.
Riese gab sich jedenfalls im Museum, angeregt durch die von Dr. Goldmann in ihrer Moderation gesetzten Impulse, im Gespräch offen,mitteilsam und immer wieder geneigt, die eine oder andere Kostbarkeit aus dem Schatzkästlein seiner Erlebnisse hervor zu kramen. Zum Vorschein kamen dabei nicht nur in ihrer Einfachheit berührende Bekenntnisse zu Kunst und Sammeln wie „Dafür muss man sich gelegentlich krummlegen" und „Es führt dazu, dass man das meiste im Depot hat", sondern auch Anekdoten über Anekdoten – wie das damals in Bonn mit Klaus Staeck und Heinrich Böll war und was er in der Spätzeit der Sowjetunion in den Ateliers von nicht systemkonformen Künstlern oder im Büro von Willy Brandt erlebt hat. Und so ganz nebenbei fällt ein weiteres, ganz eindeutiges Bekenntnis zum Sammeln: „Ich höre nicht auf."
Natürlich zollte Riese auch den Großen, die die Welt der Bilder entscheidend vorangebracht haben, seinen Tribut – zum Beispiel, als die Hausherrin und Moderatorin eine Aufnahme vom Grab Kasimir Malewitschs (Hans-Peter Riese, quasi in Tateinheit langjähriger Kulturkorrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, ist Autor der deutschsprachigen Biographie über den Meister des Schwarzen Quadrates) einblenden ließ. Aber er gab auch Einblick darin, was aus seiner Sammlung nach dem Abschluss von deren Tournee werden soll. Im Regensburger Museum Ostdeutsche Galerie soll sie eine neue, feste Heimat erhalten. Aber bis dahin können sich ja noch die Besucher des Dürener Hauses an Rieses Schätzen vorsorglich satt sehen.
Mehr dazu im Internet: www.leopoldhoeschmuseum.de
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