Mary Schröder zeigt ihre Bilder im Sophienhof
Niederzier. Wilde, energiegeladene Landschaftsfantasien mit viel Kraft, aber auch Motive mit einer in sich ruhenden Stille und Schönheit präsentiert die spätberufenen Künstlerin Mary Schröder in ihrer dritten Ausstellung derzeit in der Wohnanlage Sophienhof in Niederzier. Auf 20 Werken in Öl, Pigmentfarben und Tusche zeigt sie ihr mannigfaltiges Können.
Mit ihren Bildern versucht Mary Schröder ihr Naturempfinden zu erfassen, zu ergründen und ein Stück zu bewahren. „Ich glaube an die Kraft der Natur. Schneiden Sie ein Gänseblümchen mit der Sense ab, kommt es nach vier Wochen wieder. Selbst wenn Sie einen Baum abholzen, kann man einen neuen daneben setzen. Schaut man aber nach Brasilien, da habe ich den Eindruck, dass sie dort nur an den kurzfristigen Profit denken und nicht an Nachhaltigkeit", erzählte die 89-jährige Malerin bei der Eröffnung ihrer Ausstellung „Reisen in Bildern".
Zeit zum Betrachten lassen
Man muss sich beim Betrachten der Ölgemälde Zeit lassen. Bewusst hat sie den Bildern keine Titel gegeben. Und so werden die zum Teil impressionistischen Werke im Auge des Betrachters zu seiner eigenen lebendigen Erinnerung.
„Ja, manchmal habe ich, bevor ich anfange, eine Idee von einem Land oder einer Situation im Kopf, die ich auf die Leinwand bringen möchte. Doch dann wird meistens etwas anderes daraus. Ich kann dann auch gar nicht mehr sagen, wo das Motiv genau ist", beschreibt Mary Schröder ihre tägliche Arbeit an der Staffelei. Ihre Leidenschaft war früher das Reisen. Diese Reisen liefern ihr heute die Inspiration zu ihren Motiven. Australien, Amerika, Afrika und viele Länder mehr hat die Kölnerin mit ihrem Mann gesehen. Doch China hat es ihr dabei besonders angetan.
Mit Pinsel und Tusche
Erst mit 70 hat Mary Schröder begonnen bei Professor Jürgen Knabe an der Kunstakademie Köln ihr Talent fürs Malen weiter zu entwickeln. Ihre ganz besondere Leidenschaft zur alten chinesischen Maltradition mit Pinsel und Tusche weckte bei ihr der chinesische Kunstmaler Wie-Hsiung Chao.
So befindet sich in der Ausstellung auch eine Tuschemalerei, die sich gänzlich von der Maltradition des Abendlandes unterscheidet. „Die chinesischen Maler haben eine ganz andere Art mit dem Pinsel umzugehen. Man malt ohne Unterbrechung, denn wenn einmal ein Strich auf dem Papier ist, dann ist er da und geht, wenn man sich vertan hat, nicht mehr weg", erzählte Mary Schröder, die noch viel mehr über die alte Maltradition lernen möchte. Leider findet sie in der Umgebung keinen chinesischen Meister, der ihr noch weitere Dinge beibringen kann.
Die Ausstellung ist täglich bis Ende Oktober im Ausstellungssaal in der Wohnanlage Sophienhof in Niederzier zu sehen.



