GaSt-Geber Förderverein Festung Zitadelle führt durch Jülich und seine Geschichte
Jülich. Mehr als Mauern und Steine halten eine Stadt und ihre Häuser zusammen - das verdeutlich allmonatlich am ersten Sonntag der Förderverein Festung Zitadelle mit der Volkshochschule: "Geschichte am Sonntag" heißt es in Jülich wieder am 5. Juni ab 11 Uhr. Diesmal ist Walter Maßmann, Kenner des historischen Jülich und besonders seiner "italienischen" Baudenkmäler, der GaSt-Geber.
Auf dem gut zweistündigen Rundgang in Jülich durch Altstadt, Schloss und Festung ist die künstlerische Bedeutung des Bologneser Renaissancebaumeisters Alessandro Pasqualini unter fachkundiger Führung vollständig zu erkennen: Die ab 1548 erbaute Idealstadtanlage Jülichs mit der mächtigen Zitadelle ist sein Lebenswerk. Auch die Unterschiede der Idealstadtanlage zu den Städten in Frankreich, Niederlande und Italien werden "erlaufen" und so mit Beispielen vor Augen gleich sichtbar und erfassbar.
Besonderheiten werden bei "GaSt" in den Blick genommen: Viereinhalb Jahrhunderte hat in der Zitadelle der noch aus dem 16. Jahrhundert vollständig erhaltene Schlosskeller mit seinen eindrucksvollen Tonnengewölben überdauert. Die einst neuartige "Rundumverteidigung" der italienischen Befestigungsmanier wird schon am historischen Stadtgrundriss sichtbar. Deutlich wird der Unterschied zu mittelalterlichen Wehranlagen, die "tote Winkel" nicht vermeiden konnten. Südliches Ambiente und einzigartige, nur noch in Jülich erhaltene Architektur der italienischen Hochrenaissance sind am Nordportal, an der Ostfassade des einstigen Schlosses und mit der Schlosskapelle erhalten.
Natürlich ist die Festung auch ein Stück Baugeschichte: Wie sich die großen Veränderungen an der Zitadelle von 1700 bis 1710 durch den Kurfürsten von der Pfalz Johann Wilhelm II (Jan Wellem) zeigen, erfahren die Teilnehmer der Führung ebenfalls von Walter Maßmann.
Treffpunkt zum sonntäglichen Geschichts-Spaziergang ist an der Pasqualini-Brücke am Schlossplatz.



