Jülich. 2009 war nicht nur das internationale Jahr der Astronomie, das Darwin-Jahr und das Mendelssohn-Jahr, es war auch das bundesweite Jahr der Graphik. Dazu präsentierte das Museum in Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei, dem Stadtarchiv, dem Kunstverein und den Fördervereinen vom Museum und Stadtbücherei am 25. und 26. April eine kleine Ausstellung unter dem Titel „Wie die Bilder in die Bücher kamen" mit Führungen und Mitmachaktionen im Kulturhaus. Zum internationalen Museumstag, dem 17. Mai 2009, wurde die neu konzipierte Schirmerausstellung „Landschaft macht Schule" im Museum Zitadelle wiedereröffnet.
Neben der Ausstellung lockten trotz des schlechten Wetters ein vielfältiges Programm mit Führungen, Präsentationen, einem Zitadellencafé und einem Kindermitmachbereich zahlreiche Besucher in das Museum. Dazu trug auch eine gemeinsame Aktion der „Arbeitsgruppe Museen im Kreis Düren" bei, die eine freie Fahrt mit dem öffentlichen Personennahverkehr in die Museen ermöglichte. Anfang August machte die Sonderausstellung „Fledermäuse – Artenschutz im Siedlungsbereich" auf den Höhepunkt des diesjährigen Veranstaltungsreigens aufmerksam, die Fledermausnacht in der Zitadelle am 29. August. Die Fledermausnacht wird alle zwei Jahre vom Museum mit dem „Arbeitskreis Fledermausschutz in den Kreisen Aachen, Düren und Euskirchen" und dem „Arbeitskreis Historische Festungsstadt im Stadtmarketing Jülich e.V." organisiert. Die mittlerweile größte Veranstaltung in Nordrhein-Westfalen zur Europäischen Fledermausnacht bot mit Führungen zu den Quartieren, Vorträgen, Infoständen, Filmen, einer Live-Fütterung und einem bunten Kinderprogramm ein breitgefächertes Angebot.
Ebenfalls gut besucht war der „Tag des offenen Denkmals" am 13. September in das Museum. Höhepunkte des Programms waren die Präsentation des neu erworbenen persönlichen Gebetbuchs Herzog Wilhelms V. von Jülich-Klever-Berg und die beliebten Feldlager von Corps de Juliers und Jan von Werth. Besonders stolz ist das Museum auf das handgeschriebene und aufwändig illustrierte Gebetbuch, mit dem zum erstem Mal ein Objekt aus dem persönlichen Besitz des Herzogs erworben werden konnte. Eine kleine Blickpunktausstellung zur Hofkultur Herzog Wilhelms V. stellte das Büchlein in den Mittelpunkt.
Weniger beachtet als die Ausstellungen und Veranstaltungen sind die für das Museum ebenso wichtigen Tätigkeiten, wie die Sammlung zu bewahren, zu ergänzen und zu erforschen. So wurde die Kunst- und Geschichtsbibliothek des Museums Zitadelle Jülich und des Jülicher Geschichtsvereins 1923 e.V., die 2009 vom Land Nordrhein-Westfalen als Forschungsbibliothek im Rahmen der Projekte „Römerstraße Via belgica" und „Johann Wilhelm Schirmer – Vom Rheinland in die Welt" besonders gefördert. Die Vortragsreihe „Mittwochsclub", die gemeinsam mit dem Jülicher Geschichtsverein 1923 e.V. durchgeführt wird, gab im vergangenen Jahr einen Einblick in die Museumsarbeit. Holger Komniks Vortrag im Januar über römische Fundmünzen aus Jülich stand am Ende eines Projekts, in dem alle Jülicher Fundmünzen aus dem Museum zusammengetragen und bestimmt wurden. Das Ergebnis ist in dem jüngst erschienenen Band „Die Fundmünzen der römischen Zeit in Deutschland" publiziert. Im März gab Olaf Richter einen Ausblick auf das Thema des Jahres 2010, der Jülich-Klevische Erbfolgestreit, der 1610 in der Belagerung und Eroberung der Festung Jülich gipfelte. Gleich zwei Vorträge vertieften das Thema der großen Museumsausstellung zu Johann Wilhelm Schirmer und der Düsseldorfer Malerschule. Andreas Kreul erläuterte im Februarvortrag den Einfluss der romantischen Landschaftsmalerei auf die heutigen, von Film und Fernsehen geprägten Sehgewohnheiten. Hubert Locher spürte im Oktober unter dem Titel „Motiv und Symbol" der Stimmungslandschaft in der Malerei des 19. Jahrhunderts nach. Mit dem Novembervortrag von Christine Schmitt und Martin Braun zu adeligen Lebenswelten im Rheinland der Frühen Neuzeit schloss die Vortragsreihe für das Jahr 2009.
Zuvor erinnerte eine ungewöhnliche Aktion an ein für Deutschland wichtiges Ereignis. Aus Anlass des Mauerfalls am 9. November 1989 stellte ein Jülicher Bauunternehmer ein Stück Berliner Mauer auf dem Schlossplatz auf.
Das Jahr 2010 warf bereits seine Schatten voraus. Neben dem 400. Jahrestag der Belagerung 1610 beteiligt sich das Museum Zitadelle an dem rheinlandweiten Ausstellungs- und Forschungsprojekt „Johann Wilhelm Schirmer – Vom Rheinland in die Welt". Das Projekt zeigt in Ausstellungen, Publikationen und Veranstaltungen den Einfluss der von Schirmer geprägten Düsseldorfer Landschaftsschule auf die Malerei des 19. Jahrhunderts.



